Wortgottesdienst am 4. Fastensonntag

Der Hausgottesdienst ist zum gemeinsamen Gebet in einer kleinen Gemeinschaft gedacht. An einigen Stellen ist die Aufteilung in einen „Vorbeter“ (V) und „Alle“ (A) vorgesehen. Die weiteren Texte können unter verschiedenen Lesern aufgeteilt werden. Die Liedvorschläge sind jeweils mit einem Link zu einem Video versehen. Wo gemeinsamer Gesang nicht oder schwierig möglich ist, kann das Video als Unterstützung dienen. Jeweils ein Liedvorschlag stammt aus dem Gotteslob, ein weiterer aus dem Bereich der modernen Lobpreismusik. Der gesamte Gottesdienst ist hier zum Download verfügbar: als PDF herunterladen

Kreuzzeichen

V: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.

V: Im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Licht und Frieden.
A: Dank sei Gott.

 

Nach Möglichkeit wird eine Kerze entzündet. Dazu kann ein Lied aus dem Gotteslob gesungen werden,
etwa „Herr, deine Güt ist unbegrenzt“ (GL 427).

 

V: Lasset uns danken, dem Herrn, unserem Gott.
A: Das ist würdig und recht.

 

V: Wir danken dir, Herr unser Gott, durch unseren Herrn Jesus Christus.
Er ist das wahre Licht, das in die Welt kam
und durch das du jeden Menschen erleuchten willst.
Er zeigt uns deine Nähe und Güte, und hilft uns, dich zu erkennen und zu
verstehen, dass wir deine Kinder sind.
Er hat die Augen der Blinden geöffnet
und ihnen geholfen, dich zu sehen.
Er hat die Menschen gelehrt
und ihnen deinen Willen kundgetan.
Er leuchtet auch heute in unserem Leben
und öffnet unsere Augen für dein wunderbares Wirken in dieser Welt.
Er zeigt uns auch heute den Weg,
der uns zu dir führt und der uns frei macht.
Er ist das Licht in der Dunkelheit,
das uns Wärme und Orientierung schenkt.
Dafür danken wir dir und loben dich
jetzt und in Ewigkeit.
A: Amen.

 

Schriftlesung

 

Hinführung

Immer wieder erregt Jesus Anstoß bei den Verfechtern des Gesetzes, wenn er am Sabbat heilt. Sie sind nicht in der Lage, die Zeichen, die er tut, zu verstehen. Gott in seinem Wirken für die Menschen legen sie auf ihre eigenen engen Grenzen fest. Der Sehendgewordene ergreift die Chance, die er in der Begegnung mit Jesus bekommt. Er kann ihn mit den Augen des Glaubens als seinen Herrn erkennen.

Aus dem Johannesevangelium Joh 9, 1-41

Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde?

Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.

Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.

Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich. Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.

Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann sagte: Er ist ein Prophet. Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des von der Blindheit Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sieht? Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sieht, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen! Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Christus bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst!

Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt. Der Mensch antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Wenn dieser nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.

Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube? Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden. Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.

 

Hier können nun die Katechese für die ganze Familie oder die Predigtgedanken vorgetragen werden. Weitere Möglichkeiten sind das Bedenken des Textes in einer kurzen Stille oder ein Austausch über das Evangelium-

 

Fürbitten

Jesus Christus ist das Licht in unserer Welt, zu ihm rufen wir, im Vertrauen darauf, dass er die Dunkelheit erleuchtet:

  • Für alle, die sich selbst nicht in einem guten Licht sehen und sich als wertlos erfahren. Hilf ihnen zu erkennen, wie groß ihre Würde ist und gib ihnen Menschen an die Seite, die sie erfahren lassen, dass sie geliebt sind. A: Wir bitten dich, erhöre uns
  • Für alle, die Verantwortung tragen in der Gesellschaft. Hilf ihnen, einen Blick für die Schwachen und Ausgegrenzten zu entwickeln und gib ihnen den Mut, sich für diejenigen einzusetzen, die am Rand stehen…
  • Für alle, die unter einer schweren Krankheit oder Behinderung leiden. Hilf ihnen, nicht aufzugeben. Lass sie erfahren, dass sie getragen sind, von dir und von den Menschen an ihrer Seite…
  • Für alle, die in diesen Wochen ängstlich und mutlos sind. Schenke ihnen Menschen, die ihnen beistehen und stärke sie…
  • Für alle, die in diesen Wochen besonders gefordert sind, die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in den Krisenstäben und allen…

Herr, bist Licht und du bist Leben, dir vertrauen wir uns an, damit du unser Leben erleuchtest und alles von deinem Licht erfüllt werde. Dir sei Lobpreis und Ehre jetzt und in Ewigkeit.

 

Vaterunser

V: Wir sind durch die Taufe Kinder des Lichts geworden und dürfen Gott unseren Vater nennen. Deshalb dürfen wir beten, wie Jesus es uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel…

 

Gebet

V: Ewiger Gott,
dein ewiges Wort ist das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet. Heile die Blindheit unseres Herzens,
damit wir erkennen, was vor dir recht ist,
und dich aufrichtig lieben.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
A: Amen.

 

Segensbitte

 

V: Gott, der Vater, der uns zu Kindern des Lichts berufen hat, schenke uns seine Liebe.
A: Amen.

 

V: Der Sohn, unser Herr Jesus Christus, der unser aller Heiland ist, erhalte uns in der Freude des Glaubens.
A: Amen.

 

V: Der Heilige Geist, der in uns lebt, bewege uns zum Guten, damit wir Gottes Zeugen sind.
A: Amen

 

V: Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, komme auf uns herab und bleibe bei uns allezeit.
A: Amen.

 

 

Ruth Lazar/Jens Watteroth

 

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