Zeit zum weinen – Zeit zum fröhlich sein

Eine Vorlage zum Gebet mit Kindern am 5. Fastensonntag

Das Gebet für Kinder steht auch zum Download zur Verfügung. In der Datei findet sich auch ein Ausmalbild zum Ausdrucken: PDF-Datei herunterladen

Zeit zum weinen – Zeit zum fröhlich sein

Wir alle kennen das! Es gibt unterschiedliche Zeiten in unserem Leben: Zeiten, in denen wir fröhlich sind, vor Freude springen und tanzen mögen und Zeiten, in denen wir traurig sind. Ja, manchmal ist uns auch zum Weinen zumute. Alle diese Gefühle gehören zum Menschen, egal wie jung oder alt jemand ist. Gerade haben wir gehört, dass auch Jesus geweint hat. Er war mit seinen Jüngern unterwegs, als ihn die Nachricht erreichte, dass sein Freund Lazarus sehr krank sei. Einige Tage später kam er nach Betanien in der Nähe von Jerusalem, doch da war Lazarus schon tot. Als Jesus sah, wie andere Menschen um ihn trauerten, wurde auch er im Innersten erschüttert und musste weinen.

Unserer Tränen müssen wir uns nicht schämen

In dieser Welt wird gestorben: Alles, was lebt, stirbt auch irgendwann. Tiere sterben, vielleicht habt ihr es schon erfahren? Da liegt der Hamster oder Vogel morgens tot in seinem Käfig oder die Hauskatze ist auf der Straße überfahren worden … (Kinder einbeziehen und ihre Beispiele aufgreifen).

Menschen sterben in der Nachbarschaft, in der eigenen Familie, zum Beispiel Oma oder Opa (Äußerungen der Kinder aufgreifen). Manchmal, so sagen wir, ist der Tod eine Erlösung, weil jemand sehr schwach oder krank war. Manchmal ist der Tod wie ein großes Erschrecken für uns, weil er plötzlich und ohne Vorwarnung einen lieben Menschen aus unserer Mitte reißt.

Wenn wir über den Tod sprechen, dann sind wir mutig, denn es ist nicht ganz leicht, über den Tod nachzudenken und Worte für das zu finden, was geschieht. Doch es ist gut für uns, wenn wir versuchen, darüber zu sprechen, auch über unsere Ängste, über unsere Fragen.

Wenn ein Tier oder ein lieber Mensch aus unserer Umgebung stirbt, dann sind wir sehr traurig. Das ist ein ganz normales Gefühl. Jede und jeder von uns zeigt seine Trauer anders; es ist nötig, dass wir uns gegenseitig in unserer Weise des Traurigseins achten. Mancher möchte seine Trauer laut klagend herausschreien, oder lieber schweigen. Der eine will gerne mit anderen darüber reden, die andere setzt sich lieber still hin und malt ein Bild. Ja, da gibt es sehr vielfältige Formen. Wenn Tränen der Trauer bei uns fließen, brauchen wir uns deswegen nicht zu schämen, sie tun unserer Seele gut. Die Phase der Trauer dauert auch sehr unterschiedlich lange bei den Menschen. Doch irgendwann geht die Trauer in eine Zeit der liebevollen und dankbaren Erinnerung an den verstorbenen Menschen über. Auf diese Weise bleiben wir mit den Verstorbenen verbunden, besonders, wenn wir ein Bild von ihnen anschauen oder auf den Friedhof gehen, dort eine Kerze für den Verstorbenen anzünden oder ein Gebet für ihn sprechen.

Gott ist auf der Seite des Lebens

Im Evangelium wurde erzählt, dass Jesus sich vor die Grabhöhle stellte, in der sein Freund Lazarus lag, und mit lauter Stimme rief: „Lazarus, komm heraus!“ Und wir hörten, dass Lazarus aus seinem Grab herauskam.

Da reibt sich mancher die Augen und denkt: Schade, dass uns dies nicht gelingen kann. Wie schön wäre es, wenn wir auch einen lieben Verstorbenen aus dem Tod zurückholen könnten! Aber so ist es nicht.

Dennoch will das Evangelium uns etwas deutlich machen, will uns Hoffnung schenken. Auch im Miterleben der kommenden Karwoche können wir in dieser Hoffnung gestärkt werden. An Jesu Leiden, Tod und seiner Auferstehung, die wir an Ostern feiern, hat Gott gezeigt, dass seine Liebe stärker ist als der Tod. Gott selbst steht auf der Seite des Lebens. Wenn ein Mensch stirbt, dann geht sein Leben bei Gott weiter. Wenn wir darauf vertrauen, dass Gott die Verstorbenen empfängt, dann ist der Tod wie ein Tor. Wir müssen nur hindurchgehen. Dahinter wartet der liebende Gott und schließt uns in seine Arme. Wenn wir so glauben können, brauchen wir vor dem Tod keine Angst zu haben.

Wege finden aus dem Dunkel ins Licht

Jesus hat seinem Freund Lazarus auf sehr besondere Weise aus dem Dunkel der Grabeshöhle ins Licht geholfen. Auch wir können – anders zwar, aber dennoch – Menschen, Freunden und Freundinnen, Mitgliedern der Familie, die sich wie in einem dunklen Loch fühlen, beistehen. Da kann es ja ganz unterschiedliche Gründe geben, warum ein Mensch in unserer Nähe sehr traurig ist. Vielleicht habt ihr Ideen? (Kinder einbeziehen)

Manchmal kann es uns gelingen, da auch jemandem zuzurufen: „Komm heraus aus deinem Dunkel!“ Und manchmal ist es auch gut, jemanden an einen Fachmann oder eine Fachfrau weiterzuleiten, der oder die besser helfen kann.

Gott möchte, dass jeder Mensch gut und froh lebt, sich neugierig und mutig dem Leben mit seinen Aufgaben und Herausforderungen zuwendet. Ja, so glauben wir: Gott ist ein Freund des Lebens, und deshalb freut Gott sich über jeden, der sein eigenes Leben liebt und sich über das Leben und alles Schöne darin freut.

 

Brigitte Schmidt

 

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