Auferstehung bedeutet Geistsendung

Auferstehung bedeutet Geistsendung

Familienkatechese am 2. Ostersonntag

Wenn etwas Unglaubliches passiert ist, etwas, mit dem man nicht gerechnet hat, dann will man erst mal seine Ruhe haben. Man zieht sich zurück, will keinen sehen und hören. So war das auch bei den Jüngern. Sie haben sich eingeschlossen. Zu groß war die Enttäuschung nach dem Tod Jesu. Sie waren fix und alle. Alle ihre Träume waren von jetzt auf gleich wie eine Seifenblase geplatzt. Nichts war mehr, wie es war. Schließlich hatten sie ja alles aufgegeben und sind diesem Jesus gefolgt. Und dann dieser gewaltsame Tod am Kreuz. Auf einmal war alles anders.

 

In diese große Enttäuschung erscheint Jesus. Er kommt in die Mitte der Jünger – gegen alle Erwartung tritt er bei ihnen ein. Ich stelle mir vor, dass die Jünger im ersten Moment sicherlich zu Tode erschrocken sind. Auf einmal steht Jesus bei ihnen. Er kommt durch die verschlossenen Türen. Aber er braucht nur ein Wort zu sprechen – „Der Friede sei mit euch!“ – und seine Wundmale zu zeigen. Und schon ist das Erschrecken verflogen. Die Jünger freuen sich. Ja, sie können aufatmen. Sie sind überzeugt, das kann nur Jesus sein.

 

Aber damit nicht genug. Jetzt geht es erst richtig los. Denn Jesus sendet seine Jünger. „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“ Damit beauftragt er die Jünger, die gute Botschaft von Gott in die Welt zu tragen. So wie es Jesus getan hat, so sollen das jetzt auch seine Jünger tun.

Jesus wurde von Gott, seinem Vater, in die Welt gesandt, um von Gottes Liebe zu künden. Jetzt beauftragt er seine Jünger, dies zu tun. Für diese Aufgabe stattet er sie aber mit einer besonderen Kraft aus. Es ist die Kraft des Heiligen Geistes.

 

Der Heilige Geist ist zunächst die Kraft zur Verkündigung der guten Botschaft. Er ist die Energie, die Mut macht, die Türen zu öffnen, rauszugehen, sich zu trauen, wieder neu von Jesus zu erzählen. Davon zu erzählen, dass Jesus eben nicht tot ist, sondern dass er jetzt als Auferstandener gegenwärtig ist. Das können die Jünger nicht einfach so aus sich heraus. Dazu brauchen sie eine Kraft, die von Jesus selbst kommt. Mit dieser Kraft werden sie ausgestattet.

Aber noch mehr ist mit diesem Heiligen Geist verbunden. Er ist die Kraft zur Vergebung der Sünden. Der Geist ist es, der die Vergebung schenkt. Jemandem zu sagen, dass das, was er getan hat, Vergebung findet bei Gott, braucht eine besondere Kraft. Diese Kraft ist der Heilige Geist.

 

Ausgestattet mit dem Geist haben die Jünger jetzt die Kraft, die Botschaft von Jesu Auferstehung weiterzusagen. Jetzt sind sie nicht mehr zu halten. Der Geist schenkt die Energie zum Neuaufbruch, die Kraft zur Verkündigung.

Mit der Auferstehung Jesu ist die Sendung des Geistes unmittelbar verbunden. Auferstehung bedeutet Geistsendung und damit Beauftragung der Jünger Jesu. Und so sind auch wir, die wir die Auferstehung Jesus feiern, mit diesem Geist ausgestattet worden. Er soll uns Mut machen, im Alltag des Lebens von Gottes Botschaft zu erzählen. Bitten wir also neu um diesen Geist, damit er uns Kraft gebe zur Verkündigung.

 

Steffen Knapp

Den Text der Familienkatechese gibt es hier zum Download: PDF-Datei herunterladen

Passend zum Thema gibt es hier ein Bild zum Ausmalen für Kinder: PDF-Datei herunterladen

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