Schneeglöckchen, Narzissen und Tulpen – echte Hoffnungsboten

Raus aus den Federn – Durch die Woche mit OMI. Was in der Fastenzeit begonnen hat, wollen wir jetzt weiterführen und weiterentwickeln. Für den Anfang sieht es so aus: Jeden Montag und jeden Donnerstag schicken wir euch einen neuen Impuls. Es wird ein bisschen anders als in der Fastenzeit, vielfältiger, wir probieren aus und freuen uns auf eure Rückmeldungen. Den Anfang macht P. Felix Rehbock OMI, Provinzial der Oblaten in Deutschland, Österreich und Tschechien. Er erklärt uns, warum Schneeglöckchen und Co echte Hoffnungsboten für ihn sind.


Heute ist Ostern, Halleluja!

Dieses Gefühl von Halleluja, das kommt vielleicht in diesem Jahr nicht so ganz auf, weil wir in einer außergewöhnlichen Situation sind. Das Gefühl stellt sich irgendwie nicht ein. Dieses Gefühl selbst kenne ich auch aus der Winterzeit. Da ist es kalt, da liegt der Schnee.

Ein Hoffnungszeichen

Und dann, ganz plötzlich, da blüht dann irgendwo ein Schneeglöckchen auf. Die Krokusse oder die Narzissen geben ihre Farbtupfer in die Welt und die Tulpen und der Flieder lassen ihre Blätter wachsen. Das ist etwas ganz Besonderes, weil man nicht damit gerechnet hat, dass in dieser toten Landschaft von Kälte und Schnee doch noch Leben wachsen kann. Aber sie haben sich in der Dunkelheit, in der Kälte, mutig zum Licht entgegengelebt. Das ist für mich ein großes Wunder, auch wenn es ganz normal erscheint. Das kann man biologisch erklären, theoretisch weiß ich das auch – ich hatte in Biologie 15 Punkte – aber das ist eine Sache für den Kopf. Mein Herz staunt und ist sprachlos.

Im Dunkeln behauptet sich das Leben

Da hat sich in dieser Zeit, die mir so tot erschien, im Dunkeln etwas getan: Die Kraft des Lebens wurde bewahrt und hat sich in der Tiefe neue Wurzeln und neue Energie geholt. Das erfüllt mich mit Ehrfurcht. Da ahne und spüre ich etwas von der gewaltigen Macht des Lebens und der Lebendigkeit, nach der ich mich auch sehne. Wachsen und blühen gegen den Tod. Das ist vielleicht eine schöne Osterbotschaft. Die Frühlingstage als Zeichen für Ostern.

Im Leben erfahren wir viel Tod oder Abgestorbenes, wo man nicht mehr an das Leben glauben mag: Leben wird erstickt oder begraben von Alltagsroutinen; vom Stress, von Belastungen, von Einsamkeit oder Krankheit und jetzt auch durch die Corona-Pandemie. Wo und wie soll das Leben denn da noch überleben? Das wird sich der Eine oder Andere fragen. Zumindest höre ich das in Gesprächen in diesen Tagen.

Das Blümchen kündet von Ostern

Die Botschaft des einzelnen Blümchens, das jetzt hervorkommt, ist die Botschaft von Ostern. Mitten im Dunkeln wächst das Leben, trotz Schnee und Eis. Trotz Tod und Grab gilt das Leben. Ja, das Leben gewinnt, das ist Ostern. Durch das Dunkel hindurch ans Licht zu kommen und neu zu blühen, das ist Hoffnung. Es geht auf jeden Fall weiter. Manchmal unbemerkt, manchmal nicht geglaubt, aber das Leben siegt immer.

Ich wünsche euch eine gute Zeit und ein schönes Osterfest!

Autor und Sprecher: P. Felix Rehbock OMI

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