Wortgottesdienst am Palmsonntag

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Der Hausgottesdienst ist zum gemeinsamen Gebet in einer kleinen Gemeinschaft gedacht. An einigen Stellen ist die Aufteilung in einen „Vorbeter“ (V) und „Alle“ (A) vorgesehen. Die weiteren Texte können unter verschiedenen Lesern aufgeteilt werden.
Die Liedvorschläge sind jeweils mit einem Link zu einem Video versehen. Wo gemeinsamer Gesang nicht oder schwierig möglich ist, kann das Video als Unterstützung dienen. Jeweils ein Liedvorschlag stammt aus dem Gotteslob, ein weiterer aus dem Bereich der modernen Lobpreismusik.

Kreuzzeichen

V: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.

 

Einführung

Es ist schön, dass wir diesen Hausgottesdienst zusammen feiern. Natürlich ist es für uns ungewohnt, in diesem Kreis den Palmsonntag zu begehen. Einerseits ist es schade, dass wir nicht in die Kirche können, andererseits ist es gut, dass wir diese Zeit als Gemeinschaft haben. Auch der Palmsonntag ist ein Tag der Gegensätze. Freude und Trauer liegen eng beieinander. Wie im echten Leben: Heute noch werden Stars verehrt, morgen bereits lässt man sie fallen und beachtet sie nicht mehr. Jesus ergeht es ähnlich: Heute zieht er in Jerusalem ein und wird mit großer Ehrerbietung gefeiert. Doch dort wird er auch Leid und Tod auf sich nehmen. Wir wollen nun den die Schilderung des Einzugs hören.

 

Schriftlesung

Aus dem Matthäusevangelium Mt 21,1

Als sich Jesus und sein Begleiter Jerusalem näherten und nach Betfage am Ölberg kamen, schickte Jesus zwei Jünger aus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir!

Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: / Siehe, dein König kommt zu dir. /
Er ist sanftmütig / und er reitet auf einer Eselin /
und auf einem Fohlen, / dem Jungen eines Lasttiers.
Die Jünger gingen und taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf.
Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! / Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Hosanna in der Höhe!
Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist dieser? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

 

Lied

Lied:Singt dem König Freudenpsalmen” (Gotteslob Nr. 280)

 

Lobpreis

Kehrvers gesungen nach GL 644,6
oder gebetet

 

V: Christus gestern, Christus heute, Christus in Ewigkeit.
A: Christus gestern, Christus heute, Christus in Ewigkeit.

 

V: Gepriesen bist du, liebender Gott,
für die Menschwerdung deines Sohnes,
der uns in seinem Leben und Wirken
ein leuchtendes Vorbild ist.

Kehrvers

 

V: Gepriesen bist du, hingebungsvoller Gott,
für das Abendmahl deines Sohnes,
für sein Leiden und Sterben,
für seine Grabesruhe und Auferstehung.

Kehrvers

 

V: Gepriesen bist du, lebendiger Gott,
dass dein Sohn uns nicht allein lässt,
dass er gegenwärtig ist
in der Freude, aber auch im Leid
alle Tage bis zum Ende der Welt.

Kehrvers

 

V: Gepriesen bist du, Gott unser Herr,
für deine Gnade und Milde und deinen Langmut,
für deine Liebe und Treue und deinen Frieden,
für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Kehrvers

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott, deinem Willen gehorsam,
hat unser Erlöser Fleisch angenommen,
er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt.
Hilf uns, dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt in Ewigkeit.

 

Schriftlesung

Wenn nur eine Schriftlesung genommen wird, empfiehlt sich das Evangelium vom Einzug in Jerusalem.

 

Die Passion Jesu Mt 27,11-54

Als Jesus vor dem Statthalter stand, fragte ihn dieser: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Du sagst es. Als aber die Hohepriester und die Ältesten ihn anklagten, gab er keine Antwort. Da sagte Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie dir alles vorwerfen? Er aber antwortete ihm auf keine einzige Frage, sodass der Statthalter sehr verwundert war. Jeweils zum Fest pflegte der Statthalter einen Gefangenen freizulassen, den das Volk verlangte. Damals war gerade ein berüchtigter Mann namens Jesus Barabbas im Gefängnis.

Pilatus fragte nun die Menge, die zusammengekommen war: Was wollt ihr? Wen soll ich freilassen, Jesus Barabbas oder Jesus, den man den Christus nennt? Er wusste nämlich, dass man Jesus nur aus Neid an ihn ausgeliefert hatte. Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit jenem Gerechten! Ich habe heute seinetwegen im Traum viel gelitten.

Inzwischen überredeten die Hohepriester und die Ältesten die Menge, die Freilassung des Barabbas zu fordern, Jesus aber hinrichten zu lassen. Der Statthalter fragte sie: Wen von beiden soll ich freilassen? Sie riefen: Barabbas! Pilatus sagte zu ihnen: Was soll ich dann mit Jesus tun, den man den Christus nennt? Da antworteten sie alle: Ans Kreuz mit ihm! Er erwiderte: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Sie aber schrien noch lauter: Ans Kreuz mit ihm! Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! Da rief das ganze Volk: Sein Blut – über uns und unsere Kinder! Darauf ließ er Barabbas frei, Jesus aber ließ er geißeln und lieferte ihn aus zur Kreuzigung.

Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus, führten ihn in das Prätorium und versammelten die ganze Kohorte um ihn. Sie zogen ihn aus und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf das Haupt und gaben ihm einen Stock in die rechte Hand. Sie fielen vor ihm auf die Knie und verhöhnten ihn, indem sie riefen: Sei gegrüßt, König der Juden! Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen damit auf seinen Kopf. Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.

Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe. Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war; als er aber davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los über sie warfen. Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn dort. Über seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht, die seine Schuld angab: Das ist Jesus, der König der Juden.

Zusammen mit ihm wurden zwei Räuber gekreuzigt, der eine rechts von ihm, der andere links. Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wiederaufbauen? Wenn du Gottes Sohn bist, rette dich selbst und steig herab vom Kreuz! Ebenso verhöhnten ihn auch die Hohepriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten und sagten: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Er ist doch der König von Israel! Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben. Er hat auf Gott vertraut, der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat; er hat doch gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Ebenso beschimpften ihn die beiden Räuber, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden.

Von der sechsten Stunde an war Finsternis über dem ganzen Land bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija. Sogleich lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab Jesus zu trinken.

Die anderen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus. Und siehe, der Vorhang riss im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich. Die Gräber öffneten sich und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen. Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn war dieser!

 

Es folgen die Katechese, die Predigtgedanken, Stille oder ein Austausch über das Evangelium.

 

Fürbitten

Rückenstärkung brauchen wir Menschen insbesondere in Zeiten der Not und des Leides. Zu Jesus, der auch im Angesicht des Kreuzes auf seinen Vater vertraute, wollen wir bitten:

  • Für alle, die unter Krieg und Verfolgung leiden. Herr, erbarme dich

A: Herr, erbarme dich

  • Für alle, die unter Heimatlosigkeit und Flucht leiden.
  • Für alle, die unter Krankheit und Gebrechen leiden.
  • Für alle, die unter Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit leiden.
  • Für alle, die unter einem Übermaß an Arbeit und mangelnder Anerkennung leiden.

Du, Gott der Liebe, der Treue und der Hingabe, hast deinen Sohn hingegeben, um uns Erlösung und das Leben in Fülle zu schenken. Sei gelobt und gepriesen in Ewigkeit.

 

Vaterunser

Jesus hat seinen Jünger beten gelehrt. Wie er wollen wir sprechen: Vater unser im Himmel…

 

Segensbitte

V: Gott, der zu uns spricht in den Worten der Schrift, schenke uns einen wachen Geist, dass wir die Wahrheit erkennen.
A: Amen.

 

V: Gott, der uns den Heiligen Geist gesandt hat, mache uns weise, dass wir Gut und Böse unterscheiden können.
A: Amen.

 

V: Gott, der uns nahe ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln, gebe uns Kraft, ihm treu zu dienen.
A: Amen.

 

V: Dazu segne uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
A: Amen

 

Carolin Trostheide/Christoph Heinemann

 

 

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