Jesus, unser Weg ins Haus des Vaters

Eine Vorlage zum Gebet mit Kindern am 5. Ostersonntag

Das Gebet für Kinder steht auch zum Download zur Verfügung. In der Datei findet sich auch ein Ausmalbild zum Ausdrucken: PDF-Datei herunterladen

Jesus, unser Weg ins Haus des Vaters

Vor fünf Wochen haben wir Ostern gefeiert. Es gab Ostereier und Osterhasen, auch wenn manches anders war als sonst an Oster durften wir, wie die Jünger damals, jubeln: „Jesus lebt, halleluja!“ Ja, Jesus ist auferstanden. Das ist etwas ganz Besonderes! Das gibt uns Hoffnung und die Gewissheit: Mit dem Tod ist nicht alles vorbei. Für die Jünger war das eine ganz große Botschaft: Jesus ist nicht verschwunden, es war nicht alles umsonst. Und doch – er ist nicht mehr so bei ihnen wie vor seinem Tod am Kreuz. Jesus ist schon auf dem Weg zum Vater. Und dann? Was ist mit uns? Sind wir wieder allein? Hat Jesus uns verlassen? Was meint Ihr? (Kinder einbeziehen)

Nein, Jesus hat uns nicht verlassen. Aber auf der Erde lebt er auch nicht mehr. Ganz schön schwierig ist das, darüber haben schon viele kluge Leute lange nachgedacht. Jesus lebt nicht mehr als Mensch unter uns – das haben natürlich zuallererst seine Freunde gespürt. Ganz unvorbereitet kam es für sie nicht, dass Jesus weggehen würde. Er hat die Jünger, seine Freunde, darauf vorbereitet. Davon hören wir im Evangelium, das Johannes (Joh 14,1-6) aufgeschrieben hat. (Jetzt das Evangelium vorlesen):

Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Johannesevangelium, Kapitel 14

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren“, sagt Jesus. Ein verwirrtes Herz – was meint er damit? (Kinder einbeziehen) Die Jünger waren unsicher. Sie hatten Angst und wussten nicht, was sein würde. Jesus hat gesagt: „Ich gehe“, aber er hat ja auch schon gesagt: „Ich lasse euch niemals allein.“ Wie kann das nebeneinander stehen? Ist das nicht ein Widerspruch? – Ja, da kann man schon mal verwirrt sein.

Was haben wir sonst noch gehört im Evangelium, wer erinnert sich? (-) Jesus sagt: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Ja, das ist ein Bild, mit dem wir etwas anfangen können. Es gibt Häuser mit nur einer Wohnung und Häuser mit vielen Wohnungen. Anscheinend war das damals auch schon so. (Gespräch über die unterschiedlichen Wohnformen – Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, evtl. Hochhaus – führen).

Es gibt viele Arten zu wohnen. Ich kenne eine Familie, die wohnt in einem großen Haus mit vielen unterschiedlichen Wohnungen. Da gibt es große Wohnungen für Familien, mittlere für Paare und kleine für Alleinlebende. Die Familie kam aus Hamburg und zuerst ist der Vater in die neue Stadt gezogen. Er hat dort nämlich eine Arbeit bekommen und hat schon mal die Wohnung hergerichtet für die Familie. Und als die Wohnung vorbereitet war, hat er seine Familie nachgeholt, in eine der vielen Wohnungen in dem großen Haus. Natürlich waren die Kinder riesig froh, als sie endlich wieder bei ihrem Vater waren. Und bald fanden sie neue Freunde in der Nachbarschaft.

Wenn aus dem großen Haus jemand auszieht, zieht bald ein anderer wieder ein. Und wenn gerade keine Wohnung frei wird, kann auch niemand in das Haus einziehen. Auch das Haus des Vaters, von dem Jesus erzählt, ist groß. Aber da zieht niemand aus und trotzdem ist immer Platz für neue Bewohner. Das Haus des Vaters im Himmel wird niemals zu voll sein. Es ist Platz für alle da, die den Weg dorthin finden. Den Platz bereitet Jesus, der schon zum Vater zurückgekehrt ist. Das hat er seinen Jüngern versprochen. Das sind tröstende Worte, aber sie ängstigen die Jünger auch. Thomas fragt: Wie sollen wir den Weg erkennen, der zu dir führt? Was sagt Jesus darauf? – Er sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Jesus also ist der Weg zum Vater, der uns ein Zuhause gibt. Das klingt rätselhaft, oder? Wie könnte Jesus das gemeint haben? (-)

Das muss man sich nicht so vorstellen, dass Jesus zum Beispiel so ein Waldweg wäre, auf dem man herumlaufen kann und dann käme man automatisch zur Eingangstür. Wenn Jesus sagt „Ich bin der Weg“, dann sagt er uns damit: Ich möchte, dass ihr so lebt, wie ich es getan habe. Geht zu den Menschen und bringt ihnen Hoffnung, bringt ihnen die Frohe Botschaft. Erzählt ihnen von Gott, macht Kranke gesund und zeigt ihnen den Weg in ein frohes Leben, wie ich ihn euch gezeigt habe. Und die Jünger haben gemerkt: Wenn wir so leben wie Jesus gelebt hat, dann ist es ein bisschen so, als wäre er noch bei uns. Wenn wir Jesu Wirken weiterführen, bleiben wir mit ihm verbunden, auch wenn er zum Vater geht. Dann finden auch wir den Weg zu Gott und der Abschied, das Warten auf das Wiedersehen im Haus des Vaters ist nicht mehr so schwer. Gehen wir mit Jesus – leben wir wie Jesus, dann finden wir den Weg ins Haus des Vaters.

Fürbitten

Jesus ist unser Weg zum Vater im Himmel. Lasst uns bitten:

  • Für alle, die kein Zuhause haben: Bereite du ihnen einen Platz.
  • Für alle, die auf der Suche sind: Sei ihnen Weg in ein frohes Leben.
  • Für die Einsamen und Verlassenen: Sei du bei ihnen und tröste sie.
  • Für unsere Verstorbenen: Sei ihnen Weg in das Haus unseres Vaters.

Vater im Himmel, in deinem Haus ist Platz für uns alle. Wir wollen Jesus nachfolgen, dann finden wir nach Hause zu dir.

Elisabeth Hardt

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