Niemand ist gern allein

Eine Vorlage zum Gebet mit Kindern am 6. Sonntag der Osterzeit

Das Gebet für Kinder steht auch zum Download zur Verfügung. In der Datei findet sich auch ein Ausmalbild zum Ausdrucken: PDF-Datei herunterladen

Niemand ist gern allein

Immer noch feiert die Kirche Ostern – insgesamt fünfzig Tage lang. So wichtig ist das Fest. Wir haben auch allen Grund zur Freude, denn Gott hat Jesus nicht im Tod gelassen, sondern zu sich geholt: Er hat ihn auferweckt.

Jesus hat gewusst, dass er sterben muss und dass er danach für immer bei seinem Vater im Himmel leben wird. Deshalb hat er auch richtig Abschied genommen von seinen Freunden. Dabei hat er ihnen etwas versprochen – was, das sollt ihr gleich im Evangelium hören!

Vorher will ich euch aber von einem Mädchen erzählen, es heißt Merrit. Eigentlich ist Merrit immer gern in den Kindergarten gegangen, doch seit den Sommerferien ist alles anders. Jetzt sind Sara und Stacy, ihre besten Freundinnen, eingeschult worden, und Merrit muss nun ohne sie im Kindergarten sein. Auf einmal ist alles langweilig, Merrit hat keine Lust mehr zum Spielen, nichts macht mehr Spaß. Und nicht nur das: Merrit hat auch ein wenig Angst vor den Kindern, die neu dazugekommen sind. Und dann ist da ja auch noch Felix, den hatte sie früher gar nicht beachtet, aber jetzt ärgert er sie ständig, und Merrit fühlt sich ganz wehrlos und allein ohne ihre Freundinnen-

Kennt ihr das? (Die Kinder einbeziehen) Wann fühlt ihr euch allein? (-) Wann wünscht ihr euch, dassjemand da ist? (-) Wer ist für euch wichtig, wen braucht ihr, bei wem fühlt ihr euch wohl? (-)

Niemand ist gern allein. Wir alle brauchen Menschen, bei denen wir uns geborgen und sicher fühlen! Auch Jesus lebte nicht allein, sondern hatte immer viele Menschen um sich: Männer und Frauen, die seine Botschaft hören wollten, Kinder, Hilfesuchende, seine Jünger, die ihn überall hin begleiteten. Es gab auch Menschen, die Jesus besonders gern hatte: Lazarus und seine Schwestern Maria und Marta. Jesus liebte sie alle, und er wusste, dass sie ihn brauchten, ihm vertrauten und auf ihn hofften, und er ahnte, dass sie sehr traurig und hilflos sein werden, wenn er nicht mehr bei ihnen ist. Und so versprach er ihnen etwas – damals, kurz vor seinem Tode, als er Abschied von ihnen nahm. Hört einmal die Worte der Bibel (jetzt das Evangelium (Joh 14, 16-20) vorlesen):

Jesus versprach seinen Freunden: ich werde den Vater bitten und er wirdeuch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll,den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihnnicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt undin euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ichkomme zu euch. Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr;ihr aber seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet. An jenem Tagwerdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin ineuch.

Johannesevangelium 14,16-20

Jesus verspricht den Jüngern, einen Beistand zu schicken, jemanden, der ihnen zur Seite steht, der ihnen hilftund beisteht in ihrem Alltag. Vielleicht dachten die Jünger im ersten Moment daran, dass Jesus ihnen einen neuen Anführer schickt, einen Propheten vielleicht … Doch Jesus deutet an, dass sein Beistand mehr ist alsein bloßer Mensch: Er wird den Jüngern Gottes Geist schicken, den Geist der Wahrheit. Was ist damit wohlgemeint? Hat einer von euch eine Idee? (Kinder einbeziehen)

Jesus spricht auch davon, dass dieser Geist »in uns« sein wird. Vielleicht können wir uns diesen Geist als„Kraft“ vorstellen, die uns stärkt und Mut gibt, oder als „Motor“, der uns antreiben will, das Gute zu tun.

Das Wort „begeistern“ drückt auch aus, was der Geist kann: Er will uns mit Freude erfüllen, will uns bewegen, etwas mit Eifer und Schwung zu tun. Dieser Geist, den Jesus seinen Jüngern verspricht, kommt von Gott. Er ist derselbe Geist, den auch Jesus hatte und den Gott allen Menschen geben möchte. In derTaufe wird uns dieser Geist geschenkt. Als Geist der Wahrheit will er uns helfen, das wahre Leben – mankönnte auch sagen: das richtige, das gute Leben – zu führen, so wie Jesus es uns vorgelebt hat. Wo wir mitJesu Augen sehen und so handeln wie er, dann geschieht das immer mit Hilfe des Geistes Gottes, der in uns ist.

Doch es gibt auch Momente, da möchte ich vielleicht nicht schon wieder meinen Geschwistern etwas abgeben, da bin ich nicht so gern bereit, nach einem Streit den ersten Schritt zur Versöhnung zu machen, dahabe ich richtige Angst, mich einzumischen, um einem Außenseiter zu helfen … Wenn wir uns in solchen Momenten dann doch für das Gute entscheiden, dann können wir sicher sein, dass es der Geist war, der unsda innerlich einen kleinen Schubs gegeben hat. Er ist es, der uns Kraft und Mut schenkt, das Gute doch zuwagen. Mit so einem Freund an der Seite sind wir eigentlich nie richtig allein: Gott sei Dank!

Fürbitten

Jesus, du hast uns deinen Geist geschenkt, damit er uns beisteht:

  • Gib den Kranken viel Kraft, Geduld und Lebensfreude …
  • Ermutige uns, den Schwachen und Außenseitern beizustehen …
  • Stärke uns, wenn wir verzweifelt sind und aufgeben wollen …
  • Hilf uns, wenn wir allein sind und Angst haben …
  • Bewege die Eltern, Lehrer und Politiker, gegen Unrecht einzuschreiten …

Darum bitten wir dich, unseren Bruder und Herrn. Amen

Lied

Marion Schröter-Piehl / Christoph Heinemann

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