Lasst beides wachsen bis zur Ernte.

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Heute haben wir ein Gleichnis gehört, das Jesus seinen Jüngern erzählt hat. Gleichnisse hat Jesus häufiger erzählt. Er erzählt eine Geschichte aus dem alltäglichen Leben, damit die Menschen besser verstehen können, was er sagen will. Im Gleichnis aus dem heutigen Evangelium spricht Jesus von einem Weizenfeld. Ja, ein Weizenfeld, das kannten die Menschen. Und auch ihr wisst, was Weizen ist, oder? Wozu braucht man denn Weizen? (Kinder einbeziehen) Weizen ist ein wichtiges Getreide zum Backen. Wisst ihr denn auch, wie so eine Weizenähre aussieht? (Kinder einbeziehen) Wenn der Weizen reif ist, ist er gelb und hat viele Körner. Reifen Weizen erkennen einige von euch. Aber wenn der Weizen ganz frisch gesät ist – ich selbst hätte da so meine Schwierigkeiten! Aber Jesus spricht nicht nur vom Weizen. Wovon erzählt er noch? (Kinder einbeziehen) Es geht um Unkraut und um die Knechte, die es ausreißen möchten. Kaum ist der Weizen aus der Erde hervorgekommen, schon wachsen auch kleine Unkraut-Pflänzchen. Oje, das ist dumm. Das kennen einige von euch sicher auch aus dem Garten. Dauernd muss man schauen, dass das Unkraut nicht überhandnimmt. Denn es nimmt den guten Pflanzen die Kraft zum Wachsen. Aber Jesus sagt nicht: Reißt das Unkraut aus, damit der Weizen besser wachsen kann. Was sagt der Herr im Gleichnis, das Jesus erzählt? Er sagt: Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Sonst reißt ihr mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Denn manchmal ist das Unkraut von den guten Pflanzen schwer zu unterscheiden. Vor allem, wenn beide noch klein sind.

Ich weiß nicht, was ein Landwirt zu diesem Gleichnis sagen würde. Sicher ist es manchmal sinnvoll, von Anfang an das Unkraut zu bekämpfen. Viel Mühe machen sich die Bauern damit. Und manchmal ist es auch für sie nicht einfach, ein Mittel zu finden, das das Unkraut vernichtet und das Gute weiterwachsen lässt. Aber Jesus will mit seiner Geschichte keine Tipps für gute Landwirtschaft geben. Er meint etwas Anderes, und das sagt er gleich am Anfang, bevor er seine Geschichte erzählt. Jesus sagt: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte.“ So ist das also, liebe Kinder. Der Mann, der den Samen säte – wen meint Jesus damit? (Kinder einbeziehen) Jesus spricht hier über sich selbst. Er selbst ist in dieser Geschichte der Sämann und der Acker ist die ganze Welt. Jesus hat Gutes in unsere Welt gebracht, wie der Sämann guten Weizen gesät hat. Aber nicht alles, was in unserer Welt wächst, ist gut. Da gibt es auch Unkraut. Das Unkraut, damit ist das Böse gemeint. Soll man alles Böse ausreißen? Soll man Menschen, die Böses tun, ausschließen? – Nein, sagt Jesus. Lasst sie alle leben, lasst sie alle wachsen. Ihr könnt vielleicht nicht unterscheiden, was böse ist und was gut. Das ist schon bei den Pflanzen manchmal schwierig, liebe Kinder. Wie viel schwerer muss das erst bei den Menschen sein!

Jesus erzählt vom Gutsherrn, der erst ganz am Ende bei der Ernte das Unkraut vom Weizen, das Gute vom Bösen trennen will. So lange haben also auch wir Zeit. Jesus weiß, dass in jedem von uns Gutes und Böses steckt. Aber er gibt uns auch die Möglichkeit, bis zum Ende unseres Lebens an uns zu arbeiten. Immer haben wir die Möglichkeit, uns für das Gute zu entscheiden. Egal, wie alt wir sind. Das heißt nicht, dass wir warten können mit dem Gutsein, bis wir Omas und Opas sind! Wir wissen ja nicht, wann unser Leben zu Ende ist. Gutsein muss man ständig üben. Also lasst uns heute damit anfangen. Und morgen und übermorgen, jeden Tag neu! Lasst uns versuchen, guter Weizen zu sein und daran arbeiten, dass wir niemanden verurteilen, von dem wir denken, er sei schlecht! Niemand ist nur gut oder nur schlecht. Und am Ende kann nur Gott allein darüber urteilen, was ein Mensch gut gemacht hat und was er hätte besser machen können.

Elisabeth Hardt / Christoph Heinemann

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