Wer Ohren hat, der höre!

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Als Jesus seinen Jüngern diese Geschichte vom Sämann erzählte, die wir gerade gehört haben, hat er in einem Gleichnis gesprochen. Jesus hat oft Gleichnisse erzählt. Gleichnis: Dieses Wort kommt heute in unserem Sprachgebrauch kaum noch vor. Wer weiß denn, was es bedeutet? (Kinder einbeziehen) Richtig; ein Gleichnis ist eine Geschichte oder ein Vergleich, der etwas Schwieriges erklären soll. Und warum sprach Jesus in Gleichnissen? Hätte er es nicht auch einfach so erklären können? (Kinder einbeziehen) Jesus hatte viel Wichtiges mitzuteilen. Einiges davon war schwer zu verstehen. Anderes hätten die Leute nicht verstanden, weil sie nicht genau genug zuhörten oder es ihnen vielleicht einfach langweilig geworden wäre, lange zuzuhören. Und so fand Jesus eine Geschichte aus ihrem Alltag, an der sie erfahren konnten, was er ihnen sagen wollte.

Nun lasst uns einmal das heutige Evangelium genauer betrachten. Wer möchte erzählen, was er behalten hat? (Kinder einbeziehen) Es geht um einen Sämann und seine Saat. Dieses Beispiel hat Jesus ausgesucht, weil viele Menschen damals Äcker hatten. Wenn sie von der guten und der schlechten Saat hörten, konnten sie denken: „Ja, so ergeht es mir auch.“

Der Sämann säte neue Saat aus. Warum tat er das? Klar, er wollte, dass sie aufging und reiche Früchte trug. Wie aber ging es weiter? (wenn möglich, alle Teile der Saat erfragen). Ein Teil der Körner fiel auf den Weg, die Vögel pickten sie auf. Ein Teil fiel auf felsigen Boden, ging auf und verdorrte in der Sonne. Ein Teil erstickte in den Dornen, ein Teil brachte reiche Frucht.

Viele Samenkörner gingen gar nicht auf. Da hätte der Sämann doch besser aufpassen können … Oder was meint ihr? Hat er gar absichtlich den Samen auf den Weg, den Felsen und in die Dornen geworfen? Nein, Absicht war das nicht. Aber jedes Korn einzeln in die Erde legen? So wie man das im Garten mit den Blumenzwiebeln macht? Da wäre er ja nie fertig geworden! Wenn aber so viel Saat verloren geht, lohnt sich da das Säen überhaupt noch? Aber ja, es lohnt sich für die Saat, die aufgeht.

Nun lasst uns einmal überlegen, was Jesus mit diesem Gleichnis sagen wollte. Wen meint Jesus, wenn er vom Sämann spricht? (Kinder einbeziehen) Er meint Gott selbst. Und der Boden, auf den Gott seinen Samen sät? (Kinder einbeziehen) Das sind wir. Was aber könnte Jesus mit dem Samen meinen? (Kinder einbeziehen) Das Wort Gottes. Gott spricht zu den Menschen, und seine Worte sind wie die Samenkörner. Wie der Sämann ist Gott nicht geizig mit seinem Ruf. Er ruft uns alle, immer wieder, auch wenn mancher seinen Ruf nicht hören kann.

Manchmal fallen die Körner auf den Weg und werden von Vögeln aufgepickt. Was könnte das bedeuten, wenn Gott zu uns spricht, und sein Wort vergeht wie die Körner auf dem Weg? Ja, da hört jemand vielleicht den Ruf Gottes, aber er beachtet ihn nicht. Dann kann das Wort keine Früchte tragen.

Ein anderes Mal fallen die Samenkörner auf felsigen Untergrund und gehen schnell auf. Aber ihre Wurzeln finden keinen Halt und verdorren in der Mittagshitze. Was könnte das für das Wort Gottes und den Menschen bedeuten, hat jemand eine Idee? Da ist ein Mensch erst hellauf begeistert, wenn er Gottes Ruf hört. Vielleicht lässt er alles stehen und liegen und preist laut die Güte Gottes, will plötzlich alles Gute auf einmal tun. Aber nach ein paar Wochen kann er nicht mehr. Er hat sich einfach zu viel vorgenommen! Das gute Vorhaben ist verpufft und konnte keine Wurzeln ziehen. Dann kann Gottes Wort nicht lange wachsen und trägt keine Früchte.

Ein weiterer Teil der Saat fällt in die Dornen und wird erstickt. Was könnte da bei einem Menschen mit dem Wort Gottes passieren? Da hört ein Mensch das Wort und nimmt es auf. Aber dieser Mensch hat anderes im Kopf. Immer muss er arbeiten, ständig denkt er an viele andere Dinge und nimmt sich keine Zeit, wirklich nachzuhorchen: Was will Gott mir sagen, was will er von mir? Bei diesem Menschen wird das Wort Gottes erstickt von anderen Gedanken und Aktivitäten, die wie Unkraut in seinem Kopf wuchern.

Einige Körner schließlich fallen auf guten, fruchtbaren Boden. Hier können sie wachsen und gedeihen. Zur Erntezeit werden die Körner viele Ähren hervorbringen, und an jeder Ähre hängen viele Körner. Was bedeutet das für uns? Hier hören Menschen das Wort Gottes. Wenn es bei uns auf guten Boden fällt, hat es Zeit zu wachsen. Dann wird es reiche Früchte tragen. Wir werden es weitergeben und andere anstecken.

Gott ruft uns alle. Manchmal ruft er ganz leise. Manchmal durch andere Menschen: wenn jemand ein gutes Wort für uns hat oder uns zeigt, wo der Weg unseres Lebens gut weitergehen kann. Jesus sagt: „Wer Ohren hat, der höre!“ Deswegen lasst uns aufmerksam bleiben, unser ganzes Leben lang.

 

Elisabeth Hardt

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