Wie Gott sich seinen König vorstellt

Die Familienkatechese gibt es hier zum Download: PDF-Datei herunterladen

Hier gibt es das Ausmalbild zum Download: PDF-Datei herunterladen

Wenn große und bedeutende Persönlichkeiten, z.B. Könige oder Präsidenten zu einer Veranstaltung kommen, dann fahren natürlich mit großen Autos – oder früher: mit einer Kutsche vor. Sicher nicht mit einem Fahrrad oder einem klapperigen Kleinwagen; da würden die Menschen ja lachen. Bei den menschlichen Herrschern ist das selbstverständlich. Und noch vieles andere gehört nach unseren Vorstellungen zu einem Herrsche, was meint ihr? (Kinder einbeziehen). Macht und Einfluss kennzeichnen einen weltlichen Herrscher. –  Gott aber hat sich den König für sein Volk anders vorgestellt. In der Bibel wird er so beschrieben:


Der Friedenskönig für Israel und die Völker (Sach9,9-10)

Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin.

Ausmerzen werde ich die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, ausgemerzt wird der Kriegsbogen. Er wird den Nationen Frieden verkünden; und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde.


Als Sacharja diese Prophetenworte verkündete, gab es in Israel keinen König. Aber es gab eine jahrhundertelange Erfahrung mit Königen, die nicht den Vorstellungen Gottes entsprachen.

Gott will, dass mit gewaltlosen Mitteln regiert wird. Dafür sind fünf Eigenschaften von großer Wichtigkeit. Wer erinnert sich an die Worte des Propheten? (Kinder einbeziehen).

Fünf königliche Eigenschaften

Er ist gerecht – Gerecht muss ein König sein! Auch in der Schule legt ihr viel Wert auf eine gerechte Lehrerin, einen gerechten Lehrer. Warum ist euch das so wichtig? (-) Ein gerechter Mensch tut das Richtige und gibt allen Raum zum Leben.

Er hilft – Wir alle brauchen einen Menschen, der uns hilft. Keiner kann alles alleine. Auch der König soll zuerst für die ihm anvertrauten Menschen eine Hilfe sein, d.h., er soll bei seinen Entscheidungen das Wohl der Menschen im Blick haben. Gerecht sein und helfen, das sind zwei wichtige Eigenschaften für einen König und uns durchaus vertraut.

Doch jetzt hat Gott „verrückte“ Vorstellungen: 

Er ist demütig – Habt ihr auch richtig gehört? Demütig! Ist das eine gute Eigenschaft für einen König? Mutig, ja! Aber demütig? Was bedeutet das Wort? (-) Mut zum Dienen. Ein demütiger Mensch hat Mut zum Dienen. Er hält sich nicht für etwas Besonderes, er hat keine Privilegien, Sonderrechte. Ein König, der demütig ist, weiß, dass er allein nichts vermag. Er versteht sich als Diener Gottes. Gott ist der eigentliche Herrscher.

Er reitet auf einem Esel – Das ist vielleicht das Unverständlichste: Nicht auf einem stolzen Pferd oder wenigstens einem Kamel soll der König sitzen, sondern auf einem Esel; das ist das »Arme-Leute-Tier«, ein Lasten tragendes Haustier; mit diesem Tier ist kein Staat zu machen, schon gar kein Krieg zu führen. Im Gegensatz zum leicht dressierbaren Pferd ist der sensible und scheue Esel kriegsuntauglich, wir nennen das störrisch.

Er verkündet Frieden – Ein Herrscher auf einem solchen Tier, der setzt auf Frieden. Ein Herrscher im Sinne Gottes »ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel – und er verkündet Frieden.«

Jesus – ein König nach dem Herzen Gottes

Viele von euch haben diesen Text von heute vielleicht schon mal an einem anderen kirchlichen Festtag gehört? Im Zusammenhang mit Jesus wird er am Palmsonntag erzählt: Als Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzog, da haben sich viele Menschen an diesen Text des Propheten Sacharja erinnert, so erzählen es die Evangelisten. Sie jubelten über einen Herrscher, der ohne Gewalt, nur mit friedlichen Mitteln handelte. Denn ihre Erfahrung war eine andere; solange sie denken konnten, hatten sich immer neue Herrscher mit militärischen Mitteln durchgesetzt (vgl. Römer). Gottes Herrschaft aber ist anders: er sorgt dafür, dass das Kriegsgerät verschwindet, denn er will ein Friedensreich.

Wir, Jesu kleine Brüder und Schwestern, sind eingeladen, uns an diesem königlichen Bild von Gottes geliebtem Menschen zu orientieren und von Jesus zu lernen, was es heißt: gerecht sein – helfen – demütig sein – öfter mal den (Draht-)Esel benutzen und uns für ein friedliches Miteinander einsetzen.

Sabine Tscherner-Babl / Christoph Heinemann

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.