Dieter Bohlen wäre sprachlos

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Gerade haben wir ein sehr berühmtes Evangelium gehört, eine geradezu phänomenale Geschichte: Jesus geht über das Wasser. Wow! Wahrscheinlich hat sich jeder der die Erzählung gehört hat schon mal die Frage gestellt: Wie hat er das bloß gemacht? Schade, dass es damals noch kein Fernsehen gab. Wenn Jesus mit der Nummer beim Supertalent aufgetreten wäre, da wäre wahrscheinlich sogar Dieter Bohlen sprachlos.

Dass ein Mensch über das Wasser laufen kann, ist unmöglich. Und somit kann es doch nur eine Erklärung geben: Jesus war gar kein Mensch. Kein normaler Mensch jedenfalls. Diese Geschichte beweist es, oder? Am Ende sagen ja auch die Jünger: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Aber warum geht Jesus übers Wasser? Will er seinen Jüngern einen tollen Trick zeigen? Denkt er: „Also, langsam könnten die echt mal glauben, dass ich der Sohn Gottes bin“? Oder hat er einfach das Boot verpasst und denkt sich: „Kein Problem, dann geh ich halt zu Fuß. Ich bin ja der Sohn Gottes. Ich brauche gar kein Boot.“

Nein. Das Evangelium erzählt es anders. Er geht über das Wasser, weil er zu seinen Jüngern will. Die sitzen nämlich im Boot und auf dem Wasser ist es stürmisch. Und es ist Nacht. Okay, es waren Fischer dabei, die kennen sich mit so was aus, aber trotzdem: Unheimlich dürfte es ihnen sehr wohl gewesen sein. Und vielleicht war dem einen oder anderen schon übel.

Jesus geht also über das Wasser, um zu seinen Jüngern zu kommen. Er überwindet unglaubliche Hindernisse, um bei ihnen zu sein, um ihnen in ihrer Angst beizustehen. Und er ruft ihnen von weitem zu: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht.“ Das sind die wichtigsten Sätze dieses Evangeliums. Wenn man dieses Evangelium auf eine SMS reduzieren sollte, dann würde man spontan vielleicht schreiben: Jesus geht übers Wasser. Aber Evangelium heißt gute Nachricht. Und jetzt mal ehrlich: Was ist gut daran, dass Jesus übers Wasser läuft? Natürlich, es ist toll und bewundernswert und phänomenal und sensationell und so weiter. Aber gut? Gut für wen? Für euch, für uns?

Gut ist viel mehr, dass er zu seinen Jüngern läuft und besonders gut ist, dass er ihnen zuruft: Habt Vertrauen. Habt Mut. Jesus ist ein Mutmacher für seine Jünger und er will es auch für uns sein. Wenn er seinen Jüngern sagt: Habt Vertrauen, dann meint er auch uns. Er sagt auch uns: Habt Mut! Denn was die Jünger da erlebt haben, das kennen wir alle: Angst. Angst ist so ziemlich das blödeste Gefühl, das es gibt. Weil man so hilflos ist. Und weil es einen lähmt. Leider gibt es so vieles im Leben, vor dem man Angst haben kann: vor der nächsten Klassenarbeit, vor den großen Jungs im Nachbarhaus, vorm Blutabnehmen.

Und wenn dann noch Leute um einen herum sind, die das nicht ernst nehmen. Blut abnehmen? Stell dich nicht so an, ist doch nur ein kleiner Pieks. Klassenarbeit, tja, wenn du ordentlich gelernt hättest … Stellt euch vor, Jesus hätte so gehandelt. Er hätte vom Ufer aus zu seinen Jüngern gerufen: „Jetzt stellt euch mal nicht so an. Ihr seid doch Fischer! Das bisschen Wind – also wirklich!“ Nein, er macht es anders. Er geht hin. Er beginnt mit ihnen zu reden. Er sagt ihnen: Habt Vertrauen. Und sogar als Petrus beim Test plötzlich Angst kriegt und im Wasser versinkt, da sagt Jesus nicht: „Siehste! Ich sag doch, du sollst mir vertrauen.“ Nein. Er streckt sofort – sofort! – die Hand aus und ergreift ihn. Und dann erst fragt er ihn: Warum hast du gezweifelt? Ich bin mir ganz, ganz sicher: Er fragt ihn das sehr lieb. Vielleicht hat er ein bisschen geschmunzelt dabei.

„Du bist Gottes Sohn“, sagen die Jünger am Ende. Und damit meinen sie nicht: Du kannst die tollsten Tricks. Sondern damit meinen sie: Du bist der größte Mutmacher, den es gibt.

Claudia Auffenberg / Christoph Heinemann

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