Jesus lässt sich überzeugen

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Im Evangelium hören wir, wie Jesus gelebt hat und was er uns zu sagen hat. Wir erfahren, wie Jesus sich unser Leben wünscht. Das heutige Evangelium ist da ziemlich schwierig.

Was sagt ihr dazu? Was ist passiert in dieser Geschichte, die Matthäus uns erzählt? (Kinder einbeziehen) Lasst uns einmal genau nachschauen, was wir alles erfahren. Jesus zieht sich zurück. Er wollte einmal seine Ruhe haben. Ich glaube, er brauchte eine Pause von den vielen Leuten, die zu ihm kamen, um ihn um Hilfe zu bitten oder ihm zuzuhören. Jesus ging nach Kanaan, wo er nicht so bekannt war, denn hier lebten keine Juden, sondern Menschen, die an andere Götter glaubten. Aber hatte er „seine Ruhe“ in Kanaan? (-) Nein, eine Frau flehte ihn um Hilfe an. Anscheinend war Jesus auch hier schon bekannt. Welches Problem hatte die Frau? (-) Sie sagte, ihre Tochter werde von einem Dämon gequält. Zu Jesu Zeiten sprach man so, wenn jemand krank war und man nicht wusste, was er hatte. Besonders, wenn jemand epileptische Anfälle hatte. Dagegen gab es keine Medizin. Das war den Leuten unheimlich und man sprach von einem „Dämon“. Half Jesus der Frau? (-) Zunächst nicht. Sogar die Jünger baten ihn, sie von ihrer Sorge zu befreien. „Sie schreit hinter uns her“, sagten sie. Wahrscheinlich hatten sie Mitleid mit ihr oder das Jammern der Frau ging ihnen auf die Nerven. Jesus aber sagte: „Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt“. Was meinte er wohl damit? (-) Jesus meinte die Juden. Das Volk, zu dem er gehörte. Vielleicht war ihm zu dieser Zeit noch nicht bewusst, dass er für die ganze Welt Sorge tragen würde.

Eine Mutter wird sich zuerst um ihre eigenen Kinder kümmern und dann erst um die anderen. Eine Mutter tut alles für ihr Kind. Und schon sind wir wieder mitten im Evangelium. Die Mutter, von der wir gehört haben, tut die alles für ihr Kind? Ja, sie bittet und bettelt. Sie klagt und schreit. Sie fällt vor Jesus auf die Knie. Für nichts ist sie sich zu schade. Selbst als er sie mit Hunden vergleicht, gibt sie nicht auf. Was war das mit den Hunden, wisst ihr das noch? (-) Jesus sagt, dass man das Brot nicht den Kindern wegnehmen und den Hunden vorwerfen darf. Das wird die Frau sicher einsehen, hat sie doch selbst ein Kind, für das sie sich gerade so einsetzt. Hunde galten damals nicht viel. Sie fraßen, was übrig blieb. „Hunde“ – das war auch das Schimpfwort der Juden für die Menschen, die nicht an Gott glaubten. Mit „Kinder“ meinte Jesus die Juden, mit „Hunde“ die Ungläubigen. Nun lasst uns einmal überlegen: Glaubte diese Frau an Gott? (-) Sie war keine Jüdin. Dann kann sie wohl auch nicht an Jesus geglaubt haben, oder? (-) Tatsächlich! Diese Frau, die keine Jüdin war, glaubte an den, den die Juden als ihren Retter, ihren Messias erkannten. Sie glaubte, dass er allein ihr helfen könnte. Was entgegnete sie, als Jesus sagte, man dürfe den Kindern das Brot nicht wegnehmen und es den Hunden vorwerfen? Sie gab ihm Recht! „Aber“, sagte sie, „selbst die Hunde bekommen, was vom Tisch herunterfällt.“

Ja, liebe Kinder, und jetzt treffen wir den Jesus, den wir kennen. Der den Menschen hilft, gleich, ob sie Sünder sind, ob Mann oder Frau. Jetzt nämlich sagt er: „Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen.“ – Und das Kind war geheilt. Es konnte wieder lachen und springen und musste keine Angst mehr haben.

Am Anfang haben wir gesagt, im Evangelium erfahren wir, wie Jesus sich unser Leben wünscht. Können wir das auch über das heutige Evangelium sagen? Was sollen wir heute lernen? Ich erkenne da zwei Botschaften. Die eine lautet: Wenn du von etwas überzeugt bist, dann vertritt es. Die zweite Botschaft sagt: Höre auch, was andere sagen. So wie Jesus schließlich der Frau zugehört hat. Und sei mutig genug, dich auch mal umzuentscheiden. Wenn du zum Beispiel jemanden abgelehnt hast und dann merkst, da ist doch noch etwas anderes, das du bisher nicht gesehen hast. Schließe niemanden aus, so wie Jesus es von dieser Frau gelernt hat. – Ja, lerne, lass dich überzeugen und nimm an, was gut ist: Sogar Jesus war bereit, dazuzulernen. Und wenn du in einer Sache sicher bist, vertritt sie. So wie die Frau, die Jesus anflehte. Wenn du für eine gute Sache kämpfst, dann darfst du anderen auf die Nerven gehen. Du musst nicht brav sein und „dein Gesicht wahren“. Sei mutig, bleib dran und gib nicht auf, für das Gute zu kämpfen. Dann kann es sogar geschehen, dass dir jemand einfach deshalb hilft, weil du ihm vertraust. So wie Eltern ihren Kindern helfen, die ihnen vertrauen.

Elisabeth Hardt / Christoph Heinemann

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