Das ist ja voll ungerecht

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Wenn ihr bei dem Evangelium gut zugehört habt, ist euch vielleicht das Wort „Gutsbesitzer“ aufgefallen. Wer von euch weiß denn, was ein Gutsbesitzer ist? (Kinder einbeziehen) Richtig, ein Gutsbesitzer ist ein Landwirt, der einen ganz großen Bauernhof hat. Und weil es in der Zeit, in der Jesu lebte noch keine Traktoren, Mähdrescher und andere Maschinen gibt, braucht so ein Gutsbesitzer immer viele Arbeiter, wenn die Zeit der Ernte gekommen ist. Natürlich gibt es auch noch kein Telefon, kein Internet und keine Plakate; deshalb geht er jeden Morgen in die Stadt und sucht Männer, die für ihn arbeiten wollen. Schon ganz früh steht er auf dem Marktplatz und verspricht jedem, der den Tag über für ihn arbeitet, einen Denar, so heißt das Geld damals. Weil er aber viel Arbeit hat, geht er mehrmals am Tag auf den Platz und holt immer neue Arbeiter. Selbst als die Arbeitszeit beinahe vorbei ist, ruft er noch Männer zu sich und bietet ihnen Arbeit an.

Am Ende des Tages treffen sich alle, die für den Gutsbesitzer gearbeitet haben, und er gibt allen den gleichen Lohn. Die, die den ganzen Tag für ihn geschuftet haben, sind sauer: „Das ist voll ungerecht“ sagen sie enttäuscht. Könnt ihr euch vorstellen, warum sie das so ungerecht finden? (Kinder einbeziehen) Wenn wir rechnen wie ein Geschäftsmann, dann habt ihr Recht. Wir Menschen finden es ungerecht, wenn jemand, der wenig gearbeitet hat, genauso viel Geld bekommt wie jemand, der viel gearbeitet hat. Der Gutsbesitzer denkt aber anders. Mit einem Denar konnte eine Familie zur Zeit Jesu einen Tag lang all das kaufen, was sie zum Leben brauchte. Wenn der Gutsherr nun jedem seiner Arbeiter genau einen Denar als Lohn gibt, dann denkt er nicht wie ein Geschäftsmann, sondern wie ein Freund. Ein Freund möchte, dass es seinen Freunden gut geht, dass sie alles haben, was sie zum Leben brauchen.

Jesus erzählt uns diese Geschichte vom Gutsbesitzer, weil er uns heute erklären will, wie Gott ist. Gott handelt wie ein Freund, nicht wie ein Geschäftsmann. Wie der Gutsbesitzer die Männer einlädt, für ihn zu arbeiten, lädt Gott uns Menschen ein, seine Freunde zu sein. Egal, wann wir ja zu Gott sagen und seine Freunde werden wollen, er schenkt uns seine Freundschaft, seine Liebe und sein Heil. Genau wie der Gutsbesitzer ist Gott nämlich kein Geschäftsmann, sondern ein Freund, der will, dass es uns gut geht.

Gott gibt uns keine Münze, damit wir einkaufen können, er schenkt uns seine Nähe und Liebe. Und er macht dabei keinen Unterschied, ob ich schnell oder erst ganz langsam begriffen habe, wie wichtig Gott für mich ist.

Immer wenn wir Gottesdienst feiern, danken wir Gott dafür, dass wir seine Freunde sein dürfen und dass er uns alles gibt, was wir zu unserem Leben und zu unserem Heil brauchen. Danken wir auch jetzt wieder Gott, dass er uns als seine Freunde und Freundinnen annimmt.

 

Christoph Heinemann

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