Hab geduld mit mir

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Na, was sagt man denn dazu! Diese Geschichte vom König und dem Diener, die Jesus da dem Petrus erzählt, die hat es in sich! Wisst ihr noch, wie die Geschichte beginnt? (Kinder einbeziehen) Ein Diener hatte Schulden bei seinem König. Zuerst wollte der König den Diener bestrafen und ganz streng sein. Der Diener sollte alles zurückzahlen, was er dem König schuldete. Aber was geschah dann? Der Diener fiel vor seinem König auf die Knie und bat um Vergebung und Geduld. Er konnte das Geld gerade einfach nicht aufbringen. Und der König hatte Mitleid. Was tat er? (Kinder einbeziehen) Er war sehr großzügig. Er ließ den Diener gehen und dieser musste nicht einmal die Schulden zurückzahlen. Die wurden ihm erlassen. Bestimmt war der Diener sehr froh darüber. Man könnte denken, dass er nun seinerseits anderen gegenüber großzügig sein würde, oder? Schließlich hat er selbst erfahren, wie gut es tut, wenn einem vergeben wird. – Und? War er nun großzügig gegenüber anderen?

Nein, war er nicht! Im Gegenteil. Einem anderen Diener erließ er dessen Schulden nicht. Obwohl dieser ihn genauso angefleht hatte wie er zuvor den König. Er ließ ihn sogar ins Gefängnis werfen! Ist das nicht gemein? (Kinder einbeziehen) Ja, das fanden die anderen Diener wohl auch und so erzählten sie dem König davon. Was tat dieser? (–) Er ließ den Diener zu sich rufen und machte ihm Vorwürfe. Er scheint wütend gewesen zu sein, dieser König, von dem Jesus seinem Freund Petrus erzählt. Der König sagte: „Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest du nicht auch mit jenem Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?“

 

Siebenundsiebzig Mal verzeihen

Was denkt ihr über die Vorwürfe des Königs? Hatte er recht, so ärgerlich über seinen Diener zu sein? (Kinder einbeziehen) Ja, ich sehe: Auch ihr findet gemein, was der Diener sich da geleistet hat. Kein Wunder, dass der König so sauer war. Aber nun mal ganz ehrlich: Sind wir jederzeit bereit zu verzeihen? Vielleicht sogar immer und immer wieder? Sind wir nicht auch manchmal ungerecht gegenüber anderen, obwohl man mit uns großzügig war? Wenn zum Beispiel unsere Eltern großzügig waren und wir dann unseren Geschwistern gegenüber kleinlich? Fällt euch dazu etwas ein (Kinder einbeziehen) Sagen wir manchmal: Jetzt reicht‘s, ich habe dir oft genug verziehen, jetzt ist Schluss!?

Es ist gar nicht so einfach zu tun, was Jesus verlangt. „Nicht nur siebenmal, sondern siebenundsiebzig Mal sollst du deinem Bruder verzeihen“, sagt er zu Petrus. Das bedeutet so viel wie: unzählige Male. Ganz schön viel verlangt, oder? Wie kam Petrus wohl auf die Idee, Jesus diese Frage zu stellen? Vielleicht hatte Petrus sich selbst gerade über jemanden geärgert, der immer und immer wieder etwas getan hatte, was Petrus nicht wollte oder was er gemein fand. Da wäre doch sieben Mal verzeihen genug, hat Petrus vielleicht gedacht. Ich kann Petrus verstehen. Mir geht es auch manchmal so, dass ich denke: Jetzt reicht‘s aber! Ein sehr verständlicher Gedanke, oder?

Gott ist geduldig

Und was ist mit Gott? Sagt der auch eines Tages: So Leute, jetzt reicht’s? Das war eine Sünde zu viel, jetzt ist Schluss mit dem Vergeben? Nein; das sagt Gott nie. Zu ihm dürfen wir immer und immer wieder kommen. Siebenundsiebzig Mal – unzählige Male. Jeden Sonntag, jeden Tag neu. Das heißt nicht, dass wir uns auf die faule Haut legen können und denken: Ach, ich kann ja machen, was ich will, Gott verzeiht mir ja sowieso immer. Wenn wir ehrlich bereuen und es künftig besser machen wollen, dann verzeiht Gott – immer wieder. Auch wenn uns das Bessermachen lange nicht gelingt.

Auch wir sollen verzeihen, wie Gott uns, wie der König in der Geschichte. Genau das erwartet Gott von uns. Daran können wir arbeiten. Dann leben wir jeden Tag mit dem tröstlichen Wissen: Gott ist barmherzig. Immer wieder erlässt er uns unsere Schulden. Und wenn wir selbst verzeihen können, dann merken wir, wie gut das tut. Mir tut es nämlich auch gut, wenn ich jemandem aus vollem Herzen verzeihen kann. Dann steht nichts Hartes und Schweres mehr zwischen uns, sondern wir können miteinander neu anfangen, so wie Gott mit jedem von uns immer wieder neu anfängt.

Elisabeth Hardt

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