Eine dreifache Aufgabe

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Eben haben wir gehört, wie Jesus seinen Zuhörern zwei Aufgaben gibt. Das heißt, eigentlich sind es sogar drei. Ich gebe zu, es ist ein bisschen schwierig, denn die dritte Aufgabe ist verschlüsselt. Aber versuchen wir es einmal, welche Aufgaben habt Ihr gehört? (Kinder einbeziehen) Du sollst Gott lieben. Und du sollst deinen Nächsten lieben. Genau. – Und die dritte Aufgabe? Die ist etwas schwieriger; die ist in der zweiten versteckt. (-) Es heißt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Also: Du sollst auch dich selbst lieben. Das ist die dritte Aufgabe. Ganz schön viel auf einmal, oder? Was bedeutet das denn nun genau? Fangen wir mit Gott an: Du sollst Gott lieben. Mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Also über alles. Wie macht man das, Gott über alles lieben? (Kinder einbeziehen) In den Gottesdienst gehen; auch sonst mal an Gott denken, mit ihm reden, zu ihm beten. Aber ist das alles?

Schauen wir auf den zweiten Auftrag: Du sollst deinen Nächsten lieben. Klingt gut, aber wer ist denn das eigentlich, mein Nächster? (Kinder einbeziehen) Mama und Papa, Freunde, Geschwister, das sind deine Nächsten. Aber was ist mit dem Lehrer, der immer so viele Hausaufgaben gibt? Wenn man es genauer betrachtet, ist das logisch. Das ist zwar manchmal ein bisschen anstrengend, aber im Grunde meint er es gut. Also kann ich ihn als meinen Nächsten betrachten. Schließlich bin ich ja auch nicht immer nett und gehe den Leuten manchmal ganz schön auf die Nerven. Jesus geht aber noch weiter: Derjenige, der deine Hilfe im Moment am meisten braucht, das ist dein Nächster. Ob du ihn kennst oder magst, spielt dabei überhaupt keine Rolle. – Lasst uns mal zusammen überlegen: Wo in deinem Umfeld gibt es einen Menschen, dem du wirklich helfen könntest? Nicht, weil es dir Spaß macht, sondern weil er es braucht? Die Nachbarin aus dem zweiten Stock, die nicht mehr alleine einkaufen gehen kann, könnte ich fragen, ob ich das für sie tun kann. Den Mitschüler, den niemand leiden kann, könnte ich mal zum Spielen einladen. – Das kann ganz schön anstrengend werden und eine ganze Menge von uns fordern. Einmal ist das ja vielleicht ganz nett mit dem Einkaufen. Aber womöglich muss ich dann jede Woche gehen?! Und wenn ich mit dem Mitschüler spiele, finden das meine Freunde vielleicht uncool und wollen nichts mehr mit mir zu tun haben. Kann passieren. Bin ich bereit, dieses Risiko einzugehen? Jesus möchte, dass wir alle Menschen so behandeln, wie wir in ihrer Situation gerne behandelt werden möchten. Jesus möchte, dass du deinen Nächsten liebst wie dich selbst. Dieser Zusatz ist sehr wichtig: „… wie dich selbst.“ Er verlangt nicht, dass ich den Nächsten mehr liebe als mich selbst. „Nur“ genauso wie mich selbst. Und das ist jetzt ganz wichtig: Wenn du dich selbst nicht liebst, kannst du auch keinen anderen Menschen lieben, geschweige denn Gott.

Gott liebt jeden Menschen. Deinen größten Feind genauso wie dich. Und Gott möchte in jedem Menschen wohnen. In mir, in dir, in jedem. Das heißt aber auch, dass ich, wenn ich mich ein bisschen anstrenge, in jedem Menschen etwas von Jesus erkennen kann. Und dass ich, wenn ich meinen Nächsten liebe, auch Gott liebe. Damit wären wir wieder beim ersten Gebot: Du sollst Gott lieben. Wir haben gelernt: Nur, wenn ich mich selbst liebe, kann ich meinen Nächsten lieben. Und wenn ich meinen Nächsten liebe, liebe ich auch Gott; weil Gott in ihm wohnt. Also hängen die beiden Gebote zusammen: Ich kann nicht Gott lieben, wenn mir mein Nächster egal ist, ja, wenn ich ihn vielleicht sogar bekämpfe. Das ist keine vollkommene Gottesliebe. Umgekehrt: wenn ich den Nächsten liebe, liebe ich automatisch Gott mit, weil Gott in ihm wohnt. Gebet und Gottesdienst, das ist das eine, was ich tun kann, um Gott zu zeigen, dass ich ihn liebe. Aber erst, wenn ich meinen Nächsten liebe wie mich selbst, wird die Gottesliebe vollkommen.

Sonja Knapp / Christoph Heinemann

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