Gott geben, was Gott gehört

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Niemand zahlt gerne Steuern, aber sie sind notwendig, damit Dinge, die alle nutzen, bezahlt werden können. Viele Dienste und Dinge, die wir Menschen jeden Tag in Anspruch nehmen, müssen wir nicht bezahlen. Fällt euch da etwas ein? (Kinder einbeziehen)

Richtig. Wenn ihr auf den Spielplatz geht oder in den Stadtpark, dann kostet das keinen Eintritt. Wenn es brennt, muss man die Feuerwehr nicht bezahlen und auch die Polizei verlangt kein Geld, wenn sie dir geholfen hat. Trotzdem: All das kostet Geld, und damit das bezahlt werden kann, müssen Steuern erhoben werden. Vielen Menschen gefällt das nicht. Manche versuchen, sich davor zu drücken und machen sich strafbar, andere ärgern sich und zahlen aber trotzdem. Auch wo Jesu lebte war Steuernzahlen nicht beliebt. Israel gehörte zum Römischen Reich und die Menschen mussten dem Kaiser Steuern bezahlen.

Die Pharisäer, von denen gerade im Evangelium gesprochen wurde, waren wichtige Männer in Israel. Sie waren keine Freunde von Jesus und wollten ihn in eine Falle laufen lassen. Deshalb stellten sie ihm eine gemeine Frage: „Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht?“ Wie soll Jesus darauf antworten? Sagt er: „Ja, man soll dem Kaiser Steuern zahlen“, dann gilt er nicht mehr als Freund des Volkes. Die Römer hatten Israel erobert und viele Menschen dort waren damit gar nicht glücklich. Steuern zahlten sie nur unwillig. Einen Jesus, der Steuern befürwortet, den hätten sie sicher nicht gut gefunden. Sagt Jesus nein, hat er ein anderes Problem. Er wäre ein Aufwiegler, jemand, der gegen den Staat wäre und der sicher Ärger mit den Römern bekommen würde. Was also tun – Ja sagen oder Nein?

Wer erinnert sich, wie Jesus reagiert hat? (Kinder einbeziehen) Er war klug, er hat die Frage gar nicht beantwortet. Er fordert die Fragenden auf: „Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!“ Man gibt ihm einen Denar, so hieß die Münze. Darauf war ein Bild des Kaisers eingeprägt und eine Beschreibung, wer der Mann ist. Der Spruch hieß: „Tiberius Caesar, anbetungswürdiger Sohn anbetungswürdiger Eltern“. Das war für die Juden besonders schlimm, denn anbeten durfte man nur Gott.

Jesus fragt die Männer, was sie auf der Münze sehen. Als sie antworten: „Den Kaiser“, sagt er kurz und knapp: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört und Gott, was Gott gehört!“ Ich finde diese Aussage von Jesus sehr klug. Wo Menschen gemeinsam leben und Dinge gemeinsam nutzen, da ist es notwendig, dass man auch gemeinsam etwas dafür tut. Nur so kann es funktionieren.

Wenn in einer Gruppe von Freunden, in einer Familie oder in der Schulklasse alle aktiv sind und etwas für die Gemeinschaft tun, dann ist das schön und die Gruppe funktioniert. Es ist deshalb wichtig, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Und dazu gehört auch das Steuernzahlen. Die Antwort Jesu hat aber noch einen zweiten Teil. Er fordert: „Gebt Gott, was Gott gehört.“ Und das, was Gott gehört, ist viel größer. Gott will nicht nur Steuern oder Taten von uns Menschen, Gott will unser Freund sein, Gott will uns selbst.

Was Gott genau von uns möchte, das sagt uns Jesus im heutigen Evangelium nicht. Ich glaube, es ist wie bei einem guten Freund. Dem muss ich auch nicht immer sagen, was ich von ihm möchte, er sieht, was ich brauche. Was Gott von uns möchte, das können wir auch sehen. In der Bibel können wir die Gebote Gottes entdecken und Jesus gibt uns viele Beispiele, wie man richtig handelt. Wenn wir uns das anschauen und es ernst nehmen, dann wissen wir auch, wie wir leben müssen, damit Gott gegeben wird, was Gott gehört.

Christoph Heinemann

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