Gottes Einladung annehmen

Die Familienkatechese gibt es hier zum Download: PDF-Datei herunterladen

Hier gibt es das Ausmalbild zum Download: PDF-Datei herunterladen

Könnt ihr euch daran erinnern, bei einem richtig großen Festmahl dabei gewesen zu sein? Vielleicht bei einer Hochzeitsfeier oder einer großen Geburtstagsparty? (Kinder einbeziehen) Ein großes Essen, ein Festmahl, das ist eine tolle Sache. Da gibt es so viele verschiedene Sachen, dass man essen kann, was einem schmeckt. Menschen sind gern bei einem Festmahl zu Gast. Die biblischen Texte erzählen uns am heutigen Sonntag erzählen gleich zweimal von einem Festmahl. Bei Jesaja heißt es:

 

Der HERR der Heerscharen wird auf diesem Berg / für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, / ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den feinsten, fetten Speisen, / mit erlesenen, reinen Weinen.

Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, / und die Decke, die alle Nationen bedeckt. Er hat den Tod für immer verschlungen / und GOTT, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen und die Schande seines Volkes entfernt er von der ganzen Erde, / denn der HERR hat gesprochen.

An jenem Tag wird man sagen: / Siehe, das ist unser Gott, auf ihn haben wir gehofft, / dass er uns rettet. Das ist der HERR, auf ihn haben wir gehofft. / Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat. Denn die Hand des HERRN ruht auf diesem Berg. / Moab aber wird an seiner Stätte zerstampft, / wie Stroh in der Jauche zerstampft wird. (Jes 25,6–8)

 

Die Lesung hört ganz anders auf, als sie begonnen hat. Zuerst wird ein Festmahl versprochen: Der „HERR der Heere“ – so wird Gott oft im Buch Jesaja genannt – wird ein wunderbares Essen mit feinen Getränken geben. Für alle, umsonst, auf dem Berg Zion. Dieser Berg liegt in Jerusalem. Wann wird das sein? Können wir da hinfahren? Hm, das ist schwierig. Unsere Lesung kommt aus einem Teil des Jesajabuches, wo von den Dingen erzählt wird, die am Ende der Welt geschehen werden. Irgendwann einmal wird das sein, ganz bestimmt, aber wir wissen nicht, wann. Und weil auch der Prophet gar nicht weiß, wann das sein wird, kommt er auch gleich wieder vom Thema „Essen“ ab. Etwas Anderes ist ihm wichtiger. Der Prophet will vom echten, großen Festmahl am Ende der Zeit erzählen und davon, wie es sein wird, wenn sich alle Menschen von ganzem Herzen riesig freuen können. Und wie der Prophet so richtig an die ganz große Freude denkt, da fällt ihm etwas Schlimmes ein: Es wird immer Menschen geben, die sich nicht freuen können, sondern die ganz traurig sind. Warum? Immer wieder kommt es vor, dass Menschen ganz traurig sind, weil sie einen ganz lieben Menschen verloren haben, weil er gestorben ist. So schön der Gedanke an ein tolles Festmahl sein mag – man kann sich dann nicht freuen, wenn man trauert, weil ein Mensch, den man sehr lieb gehabt hat, gestorben ist. Solange es den Tod gibt, wird es immer andere geben, die ganz, ganz traurig sind. Und so lange ist die Freude nicht vollkommen.

Das ist dem Propheten eingefallen, als er sich vorgestellt hat, wie toll es ist, wenn Gott uns alle zu einem wunderbaren Festmahl einlädt. Was ist mit denen, die ganz traurig sind, weil jemand, den sie liebhatten, gestorben ist? Da kommt dem Propheten eine ganz große Idee: Gott beseitigt den Tod für immer. In der Sprache der Bibel, im Hebräischen, heißt es eigentlich wörtlich: Gott wird den Tod für immer verschlingen. Ja, erst dann ist die Freude für alle Menschen wirklich vollkommen: Wenn Gott den Tod verschluckt hat, so dass niemand mehr sterben muss und daher auch niemand mehr traurig sein muss und Tränen weint. Ja, das wäre doch großartig, wenn es den Tod nicht mehr gäbe! Liebe Kinder, liebe Erwachsene, auch wenn der Gedanke vielleicht seltsam erscheint, aber das ist unsere große Hoffnung: Wir hoffen darauf, dass Gott das eines Tages wahrmacht. Wir hoffen auf die ganz große Freude, auf das Leben mit Gott, das keinen Tod und keine Traurigkeit mehr kennt. Glauben wir das? Wollen wir mitmachen, wenn es da in der Lesung heißt: „Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. Das ist der Herr, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung“.

Im Evangelium erzählt Jesus heute eine Geschichte von Leuten, die nicht mitmachten. Wie schon der Prophet, so verwendet auch Jesus am Anfang das Bild vom Festmahl: Ein großes Hochzeitsmahl ist vorbereitet. Doch was passiert dann, hört selbst:

 

Jesus erzählte ihnen ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.

Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig. Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt. (MT 22,1–14)

 

Es ist eine schwierige Geschichte, die Jesus da erzählt. Die Leute, die nicht mitmachen, oder auch der eine, der zwar in den Festsaal geht, aber es nicht für nötig hält, irgendetwas Besonderes anzuziehen, denen wird es am Ende schlecht ergehen. So warnt Jesus seine Zuhörer mit recht grausamen Worten. Will Jesus uns Angst machen? Nein, ihm ist aber die Einladung Gottes sehr wichtig und dass wir sie annehmen. Wie bei unserem Propheten geht es auch Jesus darum, dass wir bei Gottes Festmahl dabei sind. Jesus möchte, dass wir unsere Hoffnung auf Gott setzen, dass uns der Glaube an die Freude, die Gott schenken will, wichtig ist. Aber manchmal ist uns im Alltag unsere Geschäftigkeit viel wichtiger: Wir kümmern uns um alles Mögliche, und für Gott ist dann oft keine Zeit mehr. Oder wir boxen uns so durch mit kleinen und großen Gemeinheiten – und vergessen dabei, dass Jesus will, dass wir einander lieben. Immerhin sind wir aber jetzt und heute da, um mit Jesus zu feiern. Das ist schon ein sehr guter Anfang. Das ist noch nicht das Festmahl, von dem heute zweimal die Rede war, und der Tod ist leider auch noch nicht beseitigt. Aber wir haben einen Vorgeschmack und erinnern uns jeden Sonntag an die große Hoffnung, die wir haben. Sei dabei, wenn Gott uns einlädt. Mach mit, wenn Jesus uns ruft auf den Weg der Liebe. Lass dich nicht durcheinanderbringen, wenn sich andere nicht um Gott kümmern. Sie verpassen eine großartige Einladung. Sei dabei, vertrau auf Gott, eines Tages wird das große Festmahl wahr werden.

Thomas Hieke / Christoph Heinemann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.