Zu seiner Freude gepflanzt

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In vielen Gemeinden wird heute das Erntedankfest gefeiert. Mit Obst, Gemüse und Getreide wird der Erntealtar geschmückt. An diesem Tag erinnern wir uns daran, dass Gott uns den Tisch deckt, dass wir Menschen nicht alles machen können. Die Bibel erzählt sehr oft von Weinstöcken, Weinbergen und Winzern. Stellen wir uns einmal vor, dass einer der Weinstöcke, die den Weinberg bilden reden könnte. Vielleicht würde er so sprechen:

„Bevor ich eingepflanzt wurde, hat mein Besitzer, der Winzer, einen Platz für seinen Weinberg ausgesucht. Ein schöner Platz sollte es sein, an dem die Weinstöcke geschützt wachsen könnten. Die Strahlen der Sonne sollten uns gut erreichen und unsere Früchte süß und schwer werden lassen. Die Erde im Weinberg sollte das Regenwasser gut speichern können, damit die Wurzeln genügend Wasser finden würden. Als er den Platz gefunden hatte, lockerte er den Boden. Damit die Rebzweige eine Stütze hätten, spannte er Drähte zwischen die Reihen. Dann pflanzte er mich im Herbst in seinen Weinberg. Meine Wurzel wuchs tief, tief nach unten in die warme, feuchte Erde. Früh im Jahr, wenn der Schnee gerade geschmolzen ist, kommt der Winzer in seinen Weinberg. Jeden Weinstock schaut er sich genau an, jeden Rebzweig. Er überlegt und erkennt, welche Reben abgeschnitten werden müssen, damit die anderen mehr Früchte tragen. Es ist nicht schön, wenn er mit der Rebschere ein Stück abschneidet. Aber es muss sein. Wenn die Sonne im Frühling wieder mehr Kraft hat, spüre ich das Leben von neuem in mir: Was im Winter starr und leblos dastand, das wird jetzt lebendig. Blätter, zart und grün, wachsen, Ranken, die die Drähte umschlingen – und schließlich kommen auch die Blüten. Sie sehen schon wie kleine grüne Trauben aus. Wenn der Weinberg in Blüte steht, duftet es fein und süß. Die Sonne und die Erde geben mir ihre Kraft, damit aus den winzigen Beeren saftige, süße Früchte entstehen können. Manchmal, wenn ein Unwetter heraufzieht, sind meine Früchte gefährdet. Oder es kommt vor, dass wilde Tiere in den Weinberg kommen und von den Trauben naschen. Wenn die Früchte im Sommer schwerer werden, bin ich froh darüber, die Stütze der Drähte zu haben. Im Herbst, zur Erntezeit, ist es besonders schön im Weinberg: Viele Menschen sind da, um die Früchte zu ernten. Sie lachen und singen und freuen sich über die Trauben, weil sie spüren: Das Leben ist schön, wenn es solche Köstlichkeiten bereithält. Für mich ist es schön, dass ich mit meinen Früchten den Menschen ein Fest bereiten kann. Wenn dann nach der Ernte der Winzer wiederkommt, um nach den Weinstöcken zu schauen, weiß ich, dass er es gut mit mir meint.“

Die Hoffnung des Winzers

Wir haben gehört, wie der Weinstock von der Arbeit im Weinberg erzählt, davon, dass der Winzer jeden einzelnen Weinstock genau anschauen und kennen muss, um zu wissen, was ihm guttut. Ihr könnt es auch selbst einmal ausprobieren: Wenn ihr Traubenkerne in die Erde eines Blumentopfs steckt und regelmäßig gießt, dann können sie aufgehen, und ein kleiner Weinstock wächst daraus. Stellt euch einmal vor, was ihr dann hofft und euch wünscht … Ich vermute, die meisten von euch wünschen sich, dass daraus ein richtig großer Weinstock würde und sie einmal eigene Trauben ernten könnten. Wenn gar nichts passiert, seid ihr enttäuscht. Wenn nichts wächst oder wenn die Trauben sauer sind, ist der Winzer enttäuscht; er hat doch alles dafür getan, dass gute Früchte wachsen.

Wenn die Bibel, wenn Jesus davon spricht, dass Gott selbst wie ein Winzer ist, der sich um die Menschen kümmert und für sie sorgt, damit sie wachsen können, dann könnt ihr das jetzt vielleicht ein bisschen besser verstehen, und ihr versteht auch, dass Gott sich etwas wünscht, dass er viel erhofft von den Menschen. Was könnten das für Früchte sein, die im Leben der Menschen wachsen? (Kinder einbeziehen, mögliche Antworten: Gerechtigkeit, miteinander teilen, einander achten, sich miteinander freuen, einander trösten …)

Über dem Tor des Tempels in Jerusalem war eine große goldene Traube angebracht. Jesus hat sie sicher oft gesehen. Sie sollte die Menschen daran erinnern, dass Gott sich um die Menschen sorgt und alles dafür tut, dass es ihnen gut geht; und sie sollte die Menschen daran erinnern, dass Gott sich freut über diese Früchte, die bei den Menschen wachsen, so wie der Winzer sich freut über die Trauben.

Gott will sich freuen über die Menschen, über uns alle. Wir dürfen uns selbst freuen über alles, was bei uns gewachsen ist an Liebe, an Güte, an Freundschaft, an Großzügigkeit und Achtung voreinander. Zum Erntedankfest gehört es, dass wir uns freuen dürfen über Gott, der uns alles schenkt: Obst, Gemüse und Getreide, aber auch das Herz füreinander und für ihn, die Freude darüber, dass er sich um uns sorgt und uns hilft zu wachsen.

 

Annette Traber/Christoph Heinemann

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