Auf Jesus warten

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Wir haben schon viel über Jesus gehört und damit das kennengelernt, was ihm am wichtigsten war: Jesus hat sich um die Menschen gekümmert, die am Rand der Gesellschaft standen. Menschen, mit denen keiner etwas zu tun haben wollte: Zöllner, Sünder, Arme und Kranke. Damit hat er die Ordnung auf den Kopf gestellt. Aber auf diese Weise wollte er zeigen: So ist Gott! Gott ist einer, dem alle Menschen wichtig sind, er will, dass es allen Menschen gut geht.

Jesus hat auch Geschichten erzählt, um zu sagen, wie Gott ist und wie wir uns sein Reich – das Himmelreich – vorstellen müssen. Manche dieser Geschichten nennen wir Gleichnisse, weil sie in Form eines Vergleiches eine Sache erklären wollen. Auch heute haben wir wieder ein solches Gleichnis gehört.

Jesus gebraucht heute das Bild von zehn Jungfrauen, die auf den Bräutigam warten. Auf den ersten Blick ist das für unsere Ohren heute fremd. Deshalb sollte man die Hochzeitsbräuche zur Zeit Jesu kennen. Damals musste der Bräutigam um seine Braut werben und mit der Familie der Braut um den Brautpreis verhandeln. Das konnte länger dauern. Die Braut wartete in der Zwischenzeit, bis ihr Bräutigam kam, damit die Hochzeit gefeiert werden konnte. Und damit sie nicht alleine war, hatte sie sich Jungfrauen ausgewählt, die mit ihr warteten und dem Bräutigam mit Lampen entgegengehen konnten.

Die Jungfrauen mussten sich bereithalten, um im richtigen Moment loslaufen zu können und den Bräutigam zu begleiten. Sie mussten zusammen mit der Braut warten. Und das konnte schon eine große Geduldsprobe werden. Ihr habt sicherlich auch schon auf die eine oder andere Sache gewartet und kennt das Gefühl der Ungeduld! (Kinder einbeziehen) Wir warten nicht gerne, und mitunter macht es uns ganz kribbelig.

Und so kommt es, wie es kommen muss. Die Jungfrauen schlafen ein. Der Bräutigam kommt, fünf sind nicht bereit, weil ihre Lampen in der Zwischenzeit ausgegangen waren und sie kein Öl mehr haben. Fünf der Jungfrauen waren aber klug, sie haben vorsorglich noch Öl mitgenommen. Sie können den Bräutigam empfangen und zur Braut begleiten. Die anderen fünf verpassen den Einzug des Bräutigams. Sie verpassen genau das, was ihre Aufgabe gewesen wäre: Warten und Ausschau halten nach dem Bräutigam.

Jesus gebraucht diese Geschichte, um auf die Eigenart seines Reiches aufmerksam zu machen. Wir können das Reich Gottes nur erwarten und uns bereithalten. Wir wissen nicht den Tag und die Stunde, wann Jesus zu uns kommt. Wir haben lediglich die Zusage: Er werde kommen. Und so müssen wir uns bereithalten und immer Ausschau nach ihm halten. Wir müssen mitunter auch die Ungeduld aushalten. Dann, wenn es kribbelig wird. Und im Letzten gilt es einfach, bereit zu sein, um den entscheidenden Augenblick nicht zu verpassen.

Auf Jesus und sein Reich warten bedeutet, sich in die Lebensweise Jesu einzuüben. Genau wie er dürfen wir uns um die Menschen kümmern, die in Not sind und denen es nicht gut geht. Oder anders ausgedrückt, im Alltag unseres Lebens der Liebe Jesu trauen und gut sein zu den Menschen, mit denen wir zusammenleben: Eltern, Geschwistern, Mitschülerinnen und Mitschülern. In einem weiteren Sinne üben wir uns ein, wenn wir in der Bibel, beten und gemeinsame Gottesdienste feiern. Bei all unseren Mühen dürfen wir darauf vertrauen: Jesus kommt uns entgegen. Er sucht unsere Nähe. Er möchte mit uns zusammen sein. Und dieses Wissen gibt uns die Kraft, in Geduld auszuharren.

Wenn wir heute zusammen an Jesus denken, dann dürfen wir daran glauben, dass er uns entgegenkommt. Und wir dürfen um die Kraft bitten, dass wir nicht müde werden, uns auf ihn zu warten.

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