Jesus Christus – ein König und ein Diener

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Wer gerne Sport macht und Wettkämpfen oder Spielen teilnimmt, der möchte gerne den Sieg oder zumindest einen gut Platz erringen. Wie schön ist es, zu den Ersten, zu den Siegern zu gehören! Wir schauen voll Bewunderung auf die Großen, die Berühmten und Mächtigen, die etwas geschafft haben, die immer wieder im Internet oder im Fernsehen erscheinen.

Heute begegnen wir ihnen nur noch selten, aber früher ging von Königen und Kaisern eine besondere Faszination aus. Sie standen an der Spitze eines Volkes, sie sorgten für Ordnung, Wohlstand und Frieden in ihrem Reich zum Wohl der Menschen.

An diesem Sonntag feiern wir in der Kirche das Christkönigsfest. Christus wird als König verehrt. Aber ist das so selbstverständlich, dass Jesus Christus ein König, ein Sieger ist?

Die Evangelien, die Geschichten vom Leben Jesu, zeigen uns, dass es den Menschen nicht leicht gefallen ist, Jesus richtig zu verstehen. Sie sahen einen König in ihm, aber einen König, der anders war als die Könige, die man sonst kannte. Als Jesus mit seinen Freunden wenige Tage vor seinem Tod zu einem großen Fest in Jerusalem einzog, da begrüßten ihn die Menschen wie einen König. Einige hofften, dass er wirklich die Herrschaft übernehmen und die verhassten Römer, die das Land regierten, verjagen würde. Aber Jesus kam auf einem friedlichen Esel dahergeritten ganz ohne Waffen und ohne Soldaten. Schon daran konnte man erkennen, dass er kein politischer Führer sein wollte, der die Römer vertreibt.

Es ist sogar so weit gekommen, dass die Mächtigen im Land Jesus gefangen genommen und zum Tod verurteilt haben. Am Kreuz musste er sterben, und die Soldaten trieben ihren Spott mit ihm. Hier schien Jesus vollkommen ohnmächtig zu sein, ein Spottkönig mit der Dornenkrone, der noch nicht einmal sich selbst helfen konnte. Über seinem Kreuz stand geschrieben: „Jesus von Nazaret, König der Juden“.

Und doch sagt diese Inschrift über dem Kreuz die Wahrheit. Denn am dritten Tag nach seinem Tod ist Jesus Christus auferstanden. Gott hat ihn auferweckt vom Tod. Eine größere Machttat können wir uns nicht vorstellen, als einen Menschen vom Tod zu neuem Leben zu erwecken.

Die römischen Statthalter und Kaiser konnten Menschen das Leben nehmen, sie töten lassen. Aber den Tod konnten sie nicht besiegen. Das hat Gott in der Auferweckung Jesu getan. Er hat dem Tod die Macht genommen. So ist der auferstandene Christus wirklich der Herr über die ganze Schöpfung.

Könige erlassen Gesetze. Sie bestimmen, wie es zugehen soll in ihrem Reich. Bei Jesus Christus gibt es nur ein Gesetz und das heißt „Liebe“. Davon haben wir im Evangelium gehört. Jeder Mensch in Not trägt Jesu Gesichtszüge. Was er von uns erwartet, ist nicht kompliziert. Wir brauchen nur offene Augen und offene Herzen, um zu sehen, wer unsere Hilfe nötig hat, und Mut zuzupacken.

Vielleicht gibt es in der Klasse Mitschüler, die immer ohne Frühstück zur Schule geschickt werden und in der Pause hungrig sind. – Oder jemand in der Nachbarschaft ist krank und würde sich über einen Anruf freuen. – Es könnte auch sein, dass ein neuer Schüler aus einem fremden Land oder einer anderen Stadt in die Klasse kommt und froh wäre, einen Freund zu finden. Es gibt viele Gelegenheiten, die Worte Jesu in die Tat umzusetzen.

Legende vom vierten König

Was den Sinn dieses Christkönigsfestes ausmacht, bringt eine wunderschöne russische Legende zum Ausdruck. Sie erzählt von einem König, der sich mit den drei Weisen aus dem Morgenland auf den Weg gemacht hatte, dem Stern folgte und den neugeborenen König finden wollte. Wie die anderen Drei wollte auch er dem Kind seine Geschenke bringen. Er trug drei Edelsteine von unschätzbarem Wert bei sich.

Aber seine Reise wurde immer wieder unterbrochen. Zuerst sah er ein verletztes Kind am Wegrand liegen, allein, ohne jede Hilfe. Voller Mitleid nahm er es in seine Arme und ritt mit ihm ins nahe gelegene Dorf. Er vertraute es einer Frau zur Pflege an und gab ihr einen Edelstein, damit das Leben der beiden gesichert wäre. Dann machte er sich auf, um von neuem dem Stern zu folgen. Aber die Not des Kindes hatte ihn aufmerksam gemacht für all die Armen und Notleidenden um ihn her.

Der Stern führte ihn durch eine Stadt. Dort sah er, wie ein Mann zu Grabe getragen wurde. Seine Frau und seine Kinder waren verzweifelt. Sie sollten als Sklaven verkauft und auseinander- gerissen werden, weil sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten. Der König schenkte ihnen den zweiten Edelstein, um sie vor der Sklaverei zu retten. Dann zog er weiter. Weil er an keiner Not vorübergehen konnte, verschenkte er alles, was er hatte. Zuletzt gab er sich selbst und ging für einen anderen auf ein Sträflingsschiff, wo er angekettet wurde und mit vielen anderen Sklaven rudern musste. Die Jahre vergingen. Als man ihm endlich die Freiheit schenkte, war er ein alter Mann geworden.

An der Küste eines fremden Landes verließ er das Schiff. Und da sah er seinen Stern wieder, dem er vor vielen Jahren gefolgt war. Der Stern führte ihn vor die Tore der großen Stadt Jerusalem, wo auf einem Hügel drei Kreuze aufgerichtet waren. Der Stern blieb über dem Kreuz in der Mitte stehen, leuchtete noch einmal auf und war erloschen.

Der König kniete vor dem Kreuz. Da traf ihn der Blick des Gekreuzigten, und er erkannte in diesem Leidenden den König, den er gesucht hatte. Er erkannte, dass er ihm begegnet war in all den Hilflosen und Notleidenden, dass er ihm gedient hatte all die Jahre seines Lebens.

 

Martina Masser / Christoph Heinemann

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