Vom richtigen Warten

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Liebe Kinder, heute ist der erste Advent! Auf den Adventskränzen brennt eine Kerze. Vier Kerzen sind auf dem Kranz, jeden Sonntag wird eine mehr angezündet. Und wenn alle vier brennen, dann kommt Weihnachten, bis es soweit ist, müssen wir noch 25 Nächte schlafen!

„Das dauert ja noch ewig“, sagt ihr jetzt vielleicht. Ja, wenn man auf etwas Schönes wartet, dann kann man es manchmal kaum abwarten. Aber wenn wir eine wichtige Prüfung vor uns haben. „Oh je“, denke ich dann vielleicht, „nur noch 25 Tage und ich muss noch so viel lernen.“ Dann ist die Wartezeit nicht einfach nur Nichtstun, sondern ich nutze ich die Zeit, um mich vorzubereiten.

Gut vorbereiten wollen wir uns auch auf Weihnachten. Dafür gibt es ja die Adventszeit. Wir backen Plätzchen, basteln Christbaumschmuck und vielleicht auch Geschenke. Das heutige Evangelium spricht von einem anderen Warten: „Seht euch vor, bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“ Was meint Jesus wohl damit, hat jemand eine Idee? (Kinder einbeziehen) Gar nicht so einfach. Aber wie ich sehe – ihr seid schlau, ihr seid ganz aufgeweckte Kinder! Und wachsam seid ihr. Nur wenn wir wachsam sind, hören wir zu und machen uns unsere Gedanken zu etwas. Das will Jesus von uns. Was er hier meint, das ist seine eigene Wiederkunft am Ende der Zeit. Wenn die Zeit zu Ende ist, dann kommt Jesus wieder. Aber wann ist die Zeit zu Ende? Bis Heilig Abend müssen wir noch 25-mal schlafen – wie viele Nächte sind es noch bis zum Ende der Zeit? (Kinder einbeziehen) Klar – das wissen wir nicht! Und das sagt ja schließlich auch das Evangelium. Tja, wie bereitet man sich auf etwas vor, von dem man keine Ahnung hat, wann es soweit sein wird? (Kinder einbeziehen) Man rechnet jederzeit damit.

So wie die Diener in der Geschichte, die Jesus seinen Jüngern erzählt. Der Hausherr hat ihnen sein Haus anvertraut und sie sollen gut darauf aufpassen. Sie sollen sich so verhalten, dass der Hausherr jederzeit wiederkommen kann. Sie sollen nicht verschlafen sein, denn dann bekommt man nichts mit. Sie sollen sich gut um das Haus kümmern. Was könnte das für uns bedeuten – worum können wir uns gut kümmern in der Zeit, in der wir auf die Wiederkunft Jesu warten? (Kinder einbeziehen) Wir können uns um die Erde kümmern, die Gott uns anvertraut hat. Wir können uns um unsere Mitmenschen kümmern, um die Tiere und Pflanzen. Und wir können es so tun, dass wir jederzeit vor Jesus treten können und sagen: Sieh, Herr, hier ist dein Reich, ich habe gut darauf geachtet. Wir können schließlich nicht sagen: „Ach, Herr, es passt grad‘ nicht, komm doch in zwei Wochen noch mal vorbei und dann gucken wir mal, ob ich bis dahin dies oder jenes in Ordnung gebracht habe.“

Ähnlich ist es vielleicht mit dem Zimmeraufräumen. Ich habe von zwei Geschwister gehört, die räumen nur dann ihr Zimmer gründlich auf, bevor ihre Freunde zu Besuch kommen. Ihre Mutter sagt: „Und was macht ihr, wenn jemand unerwartet kommt? Sagt ihr dem dann, es geht grad‘ nicht?“ – Nein, das wollen die Geschwister natürlich nicht. Sie freuen sich ja auf den Besuch. „Dann müssen die Freunde halt in ein unaufgeräumtes Zimmer“, meint das eine Kind. Aber das andere sagt: „Ach nein, deine Freunde nicht! Die machen mein Gebasteltes kaputt.“ Was nun? Was könnten die Geschwister tun, habt ihr eine Idee? (Kinder einbeziehen) Sie könnten immer aufräumen. Schwierig. Sie könnten immer ein bisschen aufräumen, sodass die wichtigen Dinge nicht kaputtgehen können. Und dann ist Besuch jederzeit willkommen. Wäre das eine Möglichkeit? (Kinder einbeziehen)

Jesus will nicht, dass wir Angst haben und uns schwertun. Er will nicht, dass wir denken: „Ach wie schrecklich, jederzeit könnte er kommen, auch wenn ich gerade mal schlecht gelaunt bin.“ Wir brauchen auch nicht zu denken: „So wie wir das sollen, können wir ja sowieso nicht auf die Welt aufpassen, es hat ja doch alles keinen Sinn mit der ganzen Klima-Erwärmung, dem blöden Corona und den Kriegen.“

Ja, Klima-Erwärmung ist nicht gut und Kriege sind schrecklich, Corona macht uns Sorgen. Jesus erwartet sicher nicht, dass wir hier in unserem Ort oder in unserer Familie es schaffen, das alles zu beenden. Aber er erwartet, dass wir wachsam durch die Welt gehen. Wenn wir wachsam sind, dann sehen wir, wo wir etwas gut machen können. Wir sehen, wie wir die Zeit, bis Jesus wiederkommt, so verbringen können, wie er sich das wünscht. Dabei dürfen wir fröhlich sein. Denn dass Jesus wiederkommt, ist schließlich eine frohe Botschaft! So wie wir aufmerksam die Adventszeit verbringen und uns auf das Fest der Geburt Jesu vorbereiten, so können wir aufmerksam unser Leben verbringen und die Wiederkunft des Herrn erwarten.

 

 

Gebet zum Advent

Lieber Gott,

mit den Kindern dieser Welt

warten wir, dass du kommst

und das große Fest der Freundschaft

mit uns feierst.

 

Du lädst uns ein,

unsere Umwelt gut zu behandeln,

die Tiere zu achten und

unsere Nächsten lieben.

Wer so lebt, der wartet richtig auf deine Ankunft.

 

Wir danken dir, denn du hast dein Wort wahrgemacht.

Jesus kommt in unsere Welt.

Er bringt Licht und Liebe.

Mit ihm hat das große Fest begonnen.

Wir danken dir, guter Gott.

Amen.

 

Elisabeth Hardt / Christoph Heinemann

 

 

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