Eine Familienfeier an Heiligabend: Lichter der Hoffnung weitergeben

Die Familienfeier gibt es hier zum Download: PDF-Datei herunterladen

Hier gibt es das Ausmalbild zum Download: PDF-Datei herunterladen

 

BEGRÜSSUNG

Bevor wir nachher essen, feiern und die Geschenke auspacken wollen wir uns etwas Zeit nehmen und uns daran erinnern, warum wir eigentlich Weihnachten feiern.

 

DIE GESCHICHTE VOM LICHT WEITERGEBEN

Es waren einmal sechs Streichhölzer. Die kamen sich überflüssig vor; sie fragten sich, was wohl ihre Aufgabe in der Welt sei. Ein Streichholz meinte: „Die Nacht ist kalt und dunkel. Wir aber können Licht und Wärme erzeugen. Die Menschen brauchen doch Licht und Wärme! Lasst uns zu den Menschen gehen.“ „Eine gute Idee“, riefen die anderen. Sie hatten große Pläne und redeten viel darüber.

Doch auf ihrem Weg durch die Welt mussten die Streichhölzer immer wieder die Erfahrung machen, dass manche Menschen mit ihren guten Absichten nichts anzufangen wussten. In ihrem Leben war kein Platz für die Botschaft von Licht und Wärme. Die Streichhölzer hörten die Leute reden und jammern und wurden ganz traurig.

Ein alter Mann, der ganz vorsichtig über den Bürgersteigt ging sagte: „Ich habe Angst, in der Dunkelheit zu stolpern und von meinem Weg abzukommen“. Eine alte Frau beklagte sich: „Die Menschen werden immer lauter und denken nur an ihre Vorteile.“  Noch viel andere traurige Sätze hörten die Streichhölzer. Die Hoffnungslosigkeit der Menschen machten sie betroffen.

Ein Streichholz war ganz verzweifelt: „Wir möchten Licht und Wärme bringen. Aber wir können es nicht, weil man uns nicht will. Die Leute sind so sehr mit sich selbst beschäftigt! Sie bemerken uns gar nicht.“

Ein anderes meinte: „Ich kann sie verstehen. Oft zählen nur noch Macht und Geld im Leben. Es gibt immer weniger Ruhepausen. An Menschlichkeit und Freundlichkeit können viele nicht mehr glauben. Viele Menschen fürchten sich vor Armut und Krankheit. Sie haben kein Ohr für unsere Botschaft.“

Ein drittes Streichholz stellte traurig fest: „Die Lichterketten in den Einkaufsstraßen und an vielen Häusern glitzern und funkeln. Alles sieht perfekt aus, aber wärmt nicht. Gegen dieses künstliche Licht können wir nicht ankommen.“

Einige der Streichhölzer nickten zustimmend, andere schauten nachdenklich. Doch ein Streichholz hat von einem Feuer an der Krippe, in der das Jesuskind geboren wurde, gehört. Das Feuer hat ihm Mut gemacht. „Weihnachten“, hat das Feuer dem Streichholz erzählt, „Weihnachten – das ist nicht der Glanz der Lichterketten in den Straßen. Weihnachten – das ist das Licht der Hoffnung und der Liebe Gottes.

Es ist gar nicht schwer, Lichter zu entzünden und Botschaften weiterzugeben. Weihnachten ist mehr als ein Fest – es ist auch ein Auftrag!“

Daran erinnerst sich das Streichholz und sagt zu den anderen mit fester Stimme: „Ich glaube, an einem Abend wie dem heutigen erinnern sich viele Menschen daran, dass Gott als Mensch in unsere Welt gekommen ist. Dass sie die Liebe Gottes weitergeben sollen! Dass sie das Licht und die Freude der Weihnacht nicht nur für sich behalten, sondern mit vielen Menschen teilen sollen: mit den Freunden, mit der Familie, aber auch mit den Menschen, die von Sorgen gequält werden und nach Liebe und Aufmerksamkeit hungern! Ich denke da sollten wir mitmachen.“
„Ich kann Freude bringen“, jubelte das erste Streichholz. „Ich kann Wärme bringen“, meinte das zweite, „Ich kann Trost bringen,“ rief das Dritte.  „Ich kann Mut bringen,“

„Ich Hilfe“, „Ich Hoffnung“, meldeten sich auch das vierte, fünfte und sechste Streichholz ganz mutig. Gemeinsam beschlossen sie, Licht in das Leben der Menschen zu bringen.

 

LIED:ALLE JAHRE WIEDER

 

JESUS WIRD GEBOREN (nach Lukas 2,1-14)

Als Jesus geboren wurde, lebte Kaiser Augustus, er wollte über die ganze Welt herrschen. Dazu brauchte er viel Geld. Darum sollten die Menschen viele Steuern bezahlen. Kaiser Augustus sagte: „Alle Menschen sollen in einer Liste aufgeschrieben werden. In der Liste kann ich sehen, ob alle Menschen die Steuern bezahlt haben.“

Maria und Josef wohnten in Nazareth. Auch sie mussten sich in die Liste eintragen, dafür mussten sie bis nach Betlehem laufen. Das ist ein weiter Weg. Für Maria war der Weg sehr schwer, weil sie ein Kind bekam.

Endlich waren Maria und Josef in Betlehem. Es war schon sehr spät. Maria und Josef suchten einen Platz zum Schlafen. Aber alle Plätze waren besetzt. Deshalb gingen Maria und Josef in einen Stall.   Im Stall wurde Jesus geboren. Maria wickelte Jesus in Windeln und legte Jesus in den Futtertrog für die Tiere. Der Futtertrog heißt Krippe.

In der Nähe von dem Stall waren viele Schafe. Und Männer, die auf die Schafe aufpassten. Die Männer waren Hirten. Gott schickte einen Engel vom Himmel zu den Hirten.
Der Engel sollte den Hirten sagen, dass Jesus ist geboren.

Der Engel ging zu den Hirten. Der Engel leuchtete und glänzte hell. Die Hirten bekamen Angst.
Aber der Engel sagte zu den Hirten:

„Ihr braucht keine Angst haben. Ihr könnt euch freuen. Jesus ist geboren.

Jesus ist euer Retter. Jesus hilft euch. Jesus will allen Menschen helfen.

Ihr könnt hingehen und gucken. So sieht Jesus aus: Er ist ein kleines Baby in Windeln und liegt in einer Krippe“.

Und es kamen noch viel mehr Engel. Alle Engel glänzten und leuchteten. Die Engel sangen herrliche Lieder. Die Engel sagten:

„Jetzt können alle sehen, wie gut Gott ist.
Jetzt ist Friede auf der Erde.
Jetzt ist Friede bei allen Menschen, die auf Gott gewartet haben“.

 

LIED:STILLE NACHT

 

KATECHESE

Erinnern wir uns, was eines der Streichhölzer gesagt hat: „Die Lichterketten in den Einkaufsstraßen glitzern und funkeln. Alles sieht perfekt aus, aber wärmt nicht.“

Vielleicht geht es euch ähnlich wie mir: Zu Beginn der Vorweihnachtszeit freue ich mich über den Weihnachtsschmuck in den Straßen und Läden. Die Lichter, die Musik, die Gerüche lassen meine Vorfreude wachsen. Ich bin voller Erwartung.

Aber mit der Zeit wird mir das alles zu viel. Überall ist es laut, die Menschen sind hektisch. Dann freue ich mich, wenn ich nach Hause komme und eine Kerze auf dem Adventskranz anzünden kann.

Es gibt jedoch Menschen, die sich nicht auf Weihnachten freuen können, weil sie unglücklich sind oder ganz andere Dinge im Kopf haben – Geldsorgen zum Beispiel oder Angst vor Corona. Bei manchen Leuten läuft ständig der Fernseher, um die Einsamkeit fernzuhalten. Andere Menschen wollen mit Weihnachten nichts zu tun haben, weil sie nicht daran glauben können, dass Gottes Sohn vor langer Zeit in die Welt gekommen ist.

Kennen wir solche Menschen auch?

Jesus hat sich besonders um die Menschen gekümmert, die allein und krank und ausgeschlossen waren. Auch seinen Freunden – wir nennen sie die „Jünger“ – hat er gesagt, sie sollen zu den Menschen gehen, besonders zu den Kranken und Leidenden. Diesen Menschen sollten sie die gute Botschaft bringen, dass Gott ihre Not kennt und ihnen immer nahe ist.

Heute sind wir die Jüngerinnen und Jünger. Nur – wie können wir Botschafter der Liebe Gottes werden?

Der erste Schritt besteht darin, dass wir unsere Augen aufmachen: Wir sind nicht allein auf der Welt. Die eigenen Bedürfnisse und Wünsche sind zwar wichtig, und die Alltagspflichten nehmen uns manchmal ganz und gar in Anspruch – trotzdem dürfen wir die Menschen in unserer Nähe nicht übersehen, denen es nicht gut geht. Die Freude, die Gott uns heute schenkt, wollen wir nicht für uns selbst behalten, sondern teilen!

Wir können uns ganz konkret etwas vornehmen: Wäre es nicht eine gute Idee, in den nächsten Tagen bei einem einsamen Menschen anzurufen, den wir wegen Corona nicht besuchen können und fragen wie es ihm geht. Vielleicht mal wieder einen Brief schreiben oder ein Bild malen, für jemanden, der eine Aufmunterung braucht. Es wäre auch eine gute Idee, wenn die Schule wiederlosgeht oder die Kita, auch auf Kinder zuzugehen, mit denen sonst niemand spielt. „Ich kann Wärme bringen, ich kann Hoffnung bringen“, sagten die Streichhölzer zueinander. Sie ließen sich nicht entmutigen, als es nicht beim ersten Mal klappte. Sie gaben nicht auf. Denn das Licht der Hoffnung und der Liebe Gottes will weitergegeben werden!

 

FÜRBITTEN

Gott hat seinen Sohn Jesus zu uns gesandt. Jesus will Licht und Wärme in die Welt bringen. Zu ihm wollen wir beten:

  • Wir bitten dich für alle, die im Dunkeln stehen, die von Hoffnungslosigkeit, Armut und Leid gequält werden. Christus, höre uns. (A: Christus, erhöre uns.)
  • Schenke uns Vertrauen in deine Kraft und Liebe, damit wir Boten des Lichts werden und das Licht weitertragen können. Christus, höre uns. (A: Christus, erhöre uns.)
  • Lass es hell leuchten in unserer Gemeinde, in unserer Kirche, in unserer Welt, damit wir immer mehr erfahren, wie gut Gott ist. Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.
  • Lass dein Licht leuchten für unsere Verstorbenen, damit sie zu neuem Leben auferstehen. Christus, höre uns. (A: Christus, erhöre uns.)

Barmherziger Gott, du liebst uns, du hast immer ein offenes Ohr für uns. Die Menschen liegen dir am Herzen. Dafür danken wir dir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

 

GEBET

Wir haben die Frohe Botschaft gehört, dass Gott Mensch geworden ist – auch für unsere Zeit, für einen jeden von uns, deshalb dürfen wir beten:

Gott der Liebe, mach uns stark,

damit wir das Licht der Weihnacht in die Welt tragen können.

Darum bitten wir dich durch Jesus, unseren Bruder und Herrn,

dessen Geburt wir heute feiern. Amen.

 

SEGENSBITTE

Wir wollen Gott um seinen Segen bitten.

Er sei mit uns auf unseren Wegen.

Er sei bei uns, wenn es dunkel und kalt ist und wir uns allein fühlen.

Er entzünde das Feuer der Liebe und des Glaubens in unseren Herzen.

Das schenke uns der gute Gott: + der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

A: Amen.

 

Lied:Fröhliche Weihnacht…

 

Petra Gaidetzka / Christoph Heinemann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.