Zeuge / Zeugin sein

Die Familienkatechese gibt es hier zum Download: PDF-Datei herunterladen

Hier gibt es das Ausmalbild zum Download: PDF-Datei herunterladen

Aus dem Johannesevangelium:

Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Menschen fragten: Wer bist du? Er bekannte: Ich bin nicht der Christus. Sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Er sagte: Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.

Da fragten sie Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Christus bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Johannes antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt, der nach mir kommt; ich bin nicht würdig, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.

Katechese

Der Text aus der Bibel, den wir gerade vorgelesen bekommen haben, hat von einem ganz besonderen Menschen erzählt, wer kann sich an den Namen dieses Menschen erinnern? (Kinder einbeziehen) Richtig der Mann hieß Johannes. Und von diesem Mann erzählt die Bibel, dass er als Zeuge zu den Menschen kam.

Wer kann den anderen erklären, was ein Zeuge ist? (Kinder einbeziehen) Ein Zeuge, oder wenn es eine Frau oder ein Mädchen ist, eine Zeugin, ist eine Person, die zu einer bestimmten Sache durch eigenes Wissen etwas sagen kann. Das hört sich jetzt etwas schwierig an, ist aber eigentlich ganz einfach. Wenn sich zum Beispiel zwei Kinder auf dem Schulhof streiten und die Lehrerin wissen will, wer mit dem Streit angefangen hat, dann kann sie einen der Mitschüler fragen, der den Streit beobachtet hat, das ist dann ein Zeuge. Sicher kennt ihr noch andere Beispiele, wo Zeugen besonders wichtig sind (vor Gericht, Unfallzeugen, Trauzeugen).

Nun hat Johannes aber weder einen Streit beobachtet noch musste er vor Gericht aussagen. Die Bibel beschreibt uns die Aufgabe des Johannes mit sehr geheimnisvollen Worten: „Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnisablegen für das Licht“ (Joh 1,8).

Mit „Licht“ ist Jesus gemeint. In Israel glaubten die Menschen zur Zeit des Johannes daran, dass Gott den Messias schicken würde, einen Retter, der die Menschen befreien und aus der Dunkelheit zum Licht führen sollte. Israel war nämlich nicht frei, sondern von den Römern besetzt. Manche glaubten, weil Johannes von Gott sprach und die Menschen ermahnte ihr Leben zu ändern, dass er dieser Messias, dieses „Licht“ sei.

Aber Johannes ist nicht das Licht, er legt nur Zeugnis für das Licht ab. „Zeugnis ablegen“, wieder so ein komischer Ausdruck. In der Schule bekommt man ein Zeugnis, aber was bedeutet „Zeugnis ablegen“? Eigentlich ist es eine etwas ältere Ausdrucksweise für „eine Zeugenaussage“ machen. Wenn also ein Zeuge vor Gericht etwas zu einem Diebstahl sagt, dann legt er Zeugnis ab, d.h. er beschreibt, was er gesehen hat. In der Kirche und bei vielen anderen Religionen bedeutet „Zeugnis ablegen“ aber auch, von seinen eigenen Glaubenserfahrungen reden.

Johannes erzählt den Menschen, was er von Jesus weiß und welche Erfahrungen er im Glauben gemacht hat. Ihm geht es darum, die Menschen auf Jesus vorzubereiten.

Jesus kommt auf die Welt, um die Menschen, die sich von Gott abgewandt haben, wieder zurück zu bringen, deshalb wird er Mensch und das feiern wir an Weihnachten. Aufgabe des Johannes ist es, die Menschen auf diesen Jesus vorzubereiten.

Wenn ein Zeuge vor Gericht aussagt, dann geht es nicht darum, dass er gut dasteht, dann geht es darum, die Wahrheit zu sagen, deshalb darf er nicht lügen und nichts verschweigen. Auch Johannes geht es nicht darum, gut angesehen zu werden. Er zeigt, dass Jesus, der nach ihn kommt, viel wichtiger und größer ist als er und dass er wirklich die Menschen retten kann.

Johannes, das wisst ihr vielleicht, ist ein ganz beliebter Name und viele andere Namen stammen von ihm ab, zum Beispiel Johanna, John, Yannik, Juan, Wanja oder Jan. Aber auch wenn wir ganz anders heißen können wir, wie Johannes, Zeugen und Zeuginnen für Jesus sein. Wir könnten von ihm reden und wir können auf ihn hinweisen, in dem wir Gutes tun, anderen helfen und für die Wahrheit einstehen.

Fürbitten

Jesus, der unser Leben hell und gut machen will, bitten wir.

  • Für alle, die traurig sind und sich nicht auf Weihnachten freuen können.
  • Für alle, die anderen durch gute Worte und gute Taten helfen.
  • Für alle, die noch nie etwas von Gott und Jesus gehört haben.
  • Für alle, die glauben nur etwas wert zu sein, wenn andere sie mögen.

Jesus, du bist das Licht der Welt, wir loben dich und danken dir.

Lied

Ein Lied zum Zuhören oder Mitsingen

Gebet

Lieber Gott

dein Sohn Jesus bringt Licht in unser Leben

und unsere Welt.

Lass auch uns Licht füreinander werden.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Amen.

 

Christoph Heinemann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.