Alles stehen und liegen lassen

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Einführung

Es ist schön, dass wir heute hier zu unserem kleinen Gottesdienst zusammengekommen sind. Es ist schön, dass wir unseren normalen Tagesablauf unterbrochen haben, um in dieser Zeit gemeinsam zu singen, zu beten und auf das zu hören, was Jesus uns heute sagen will.

Die ersten Jünger: (Mk 1,16–20)

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.

Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

Katechese

Eben haben wir gehört, dass Jesus zwei Brüderpaare getroffen hat, vielleicht habt ihr die Namen behalten? (Kinder einbeziehen) Simon und Andreas, Jakobus und Johannes. Die Vier waren erwachsene Männer, die als Fischer arbeiteten. Jesus fordert sie auf, mit ihm zu kommen und was machen sie? (Kinder einbeziehen) Sie lassen ihre Arbeit sein und gehen mit ihm mit.

Stellen wir uns mal vor, die vier Personen hießen nicht Simon und Andreas, Jakobus und Johannes, sondern Julian und Luca, Emilia und Lara. Sie wären auch keine erwachsenen Fischer, sondern Drittklässler, die gerade ihre Hausaufgaben machen. Wenn ein Freund käme und sagte: „Kommt mit“, und sie würden einfach ihre Hefte zuklappen und rausgehen, was wäre da wohl los? (Kinder einbeziehen) Ich glaube auch, dass die Eltern wenig begeistert wären. Wenn man eine Aufgabe übernommen hat oder eine Arbeit erledigen muss, dann braucht man Ausdauer. Dann muss man auch schon mal dem Wunsch widerstehen können, einfach etwas Neues anzufangen, was im Augenblick spannender erscheint.

Eine andere Situation, die viele Kinder sicher auch kennen: Du spielst mit deinem Lieblingsspielzeug, und das Zimmer sieht vielleicht auch ein bisschen unordentlich aus, plötzlich hast du eine andere Idee, du stehst auf und gehst einfach in einen anderen Raum. Wenn ich als Kind sowas gemacht habe, habe ich oft den Satz gehört: „Du kannst nicht einfach alles stehen und liegen lassen“.

Genau das hat aber Jesus von den vier Männern im Evangelium gefordert. Sie haben ihre Arbeit nicht abschließen können, haben einfach ihre Arbeitsgeräte fallen lassen und sind weggegangen.

Was denkt ihr, war das ein gutes Verhalten? (Kinder einbeziehen) Normalerweise finden wir in der Bibel doch viele gute Ratschläge für unser Leben und das Miteinander der Menschen, heute dann so ein Tipp, ist das sinnvoll? (Kinder einbeziehen) Ich glaube, wir müssen genau hinschauen. Es geht nicht darum, eine Aufgabe nicht zum Ende zu bringen, sondern darum, eine bisherige Tätigkeit schnell zu beenden, weil etwas Dringenderes und Wichtigeres zu tun ist. Wenn zum Beispiel jemand Hilfe braucht, dann ist es sinnvoll, seine Tätigkeit zu unterbrechen, Hilfe zu leisten und dann weiter zu arbeiten.

Das Dringende und Wichtige, was die Männer tun sollen, hat Jesus in einem einzigen Wort ausgedrückt, es ist vielleicht das schwierigste Wort des Textes und klingt auch, ehrlich gesagt, etwas komisch. Welches Wort meine ich wohl? (Kinder einbeziehen) „Menschenfischer“, dieses Wort gibt es eigentlich nicht. Man kann Fische fischen, aber Menschen? Was Jesus hier meint ist Folgendes: die vier Fischer sollen ihm helfen, den Menschen von Gott zu erzählen, die dadurch so begeistert werden, dass sie ihr Leben ändern. Das soll aber schnell geschehen, nicht irgendwann, sondern jetzt. Das ist die dringende Aufgabe, für die Simon und Andreas, Jakobus und Johannes alles stehen und liegen lassen.

Ich glaube, wir können aus dem Evangelium zwei Dinge lernen. Erstens: Grundsätzlich ist es richtig, eine Aufgabe oder eine Arbeit zu Ende zu bringen, bevor man etwas Anderes beginnt. Manchmal gibt es aber Situationen, da ist etwas anderes wichtiger und muss zuerst erledigt werden.

Zweitens: Es ist wichtig, den Menschen von Gott zu erzählen. Dafür muss man kein studierter Theologe sein. Jesus hat sich Fischer ausgesucht, einfache Arbeiter, die ihm helfen sollten, den Menschen von Gott zu berichten. Dazu braucht man keine Ausbildung, man muss noch nicht einmal erwachsen sein, jeder kann, darf und soll von Gott reden, egal wie alt oder wie gebildet er ist.

Ich wünsche uns Kindern und Erwachsenen heute drei Dinge: Die Fähigkeit, zu erkennen, was wirklich wichtig ist, den Mut, das auch zu tun und die Überzeugung, dass jeder und jede von uns Menschenfischer werden kann.

Lied

Zum Anhören und Mitsingen: Laudato si

FÜRBITTEN

Jesus dürfen wir sagen, was uns bedrückt und wir dürfen ihn bitten.

  • Stärke alle, die du zu Menschenfischern berufen hast.
  • Hilf uns, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
  • Gib uns einen guten Blick für die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen.
  • Leite uns, dass wir einander mit Respekt und Güte begegnen.

Gott, du willst, dass wir miteinander in Frieden leben. Wir danken dir für deine Nähe und loben dich in Ewigkeit.

Gebet

Lieber Vater im Himmel,

Wir können laufen und springen. – Wir danken dir.
Wir können sehen und hören. – Wir danken dir.
Wir können spielen und lustig sein. – Wir danken dir.
Wir sind gesund und lebendig. – Wir danken dir.

Ja, wir danken, dass wir danken können und wir bitten dich:
Segne unsere Familie, unser Freunde und Nachbarn.
Sei uns nahe, jetzt und immer.

Amen.

 

Christoph Heinemann

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