Frei werden

Die Familienkatechese gibt es hier zum Download: PDF-Datei herunterladen

Hier gibt es das Ausmalbild zum Download: PDF-Datei herunterladen

Einführung

Jesus hatte mit vielen Menschen zu tun, vor allem auch mit Kranken und mit solchen Menschen, die andere für schwierig oder verrückt hielten. Allen hat er Gottes gute Botschaft weitergesagt: dass jeder Mensch ein Bild für Gott ist und jeder Mensch Gottes Tochter und Sohn ist. Wenn wir jetzt gemeinsam in der Bibel lesen und beten, dann soll seine Botschaft unter uns wieder lebendig werden.

 

Evangelium: Mk 1,21-28

Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.

Da drohte ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle und einer fragte den andern: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

Katechese

Für viele ist die Geschichte, die wir gerade gehört haben wie ein Rätsel: Er ist „besessen von einem unreinen Geist“, wird da über einen Mann gesagt. Kaum jemand kann sich heute darunter etwas vorstellen. Das liegt auch an dem großen zeitlichen Abstand. Immerhin trennen uns 2000 Jahre von dem, was Markus damals aufgeschrieben hat – und da ist das nicht immer einfach, das zu verstehen, was damals gemeint war.

Heute könnte man vielleicht sagen: Das war ein Mensch, der verrückt oder böse war, und die Menschen damals meinten, dass irgendetwas Schlimmes sozusagen auf ihm draufsitzt – so wie das manchmal bei Jungen ist, die miteinander raufen, und irgendwann drückt der eine den anderen so fest auf den Boden, dass er sich gar nicht mehr bewegen kann.

Sich gar nicht mehr bewegen können: Das deutet auch darauf hin, wie man sich das vorstellen kann, wenn jemand besessen ist. Der kann nämlich nicht mehr das tun, was er möchte. Von etwas besessen sein heißt: Etwas Anderes hat Macht über mich: ein Wunsch, ein Gedanke, eine Idee.

Mir fällt jemand ein, der wie besessen ist von dem Gedanken, einmal ein großer Fußballer zu werden. Er kennt nur noch eines: Training, Training, Training. Seine Freunde hat er längst vergessen. In der Schule ist er mit seinen Gedanken ganz woanders. In der Freizeit gibt es nur noch Fußball. Sein Zimmer hängt voll mit Postern von Fußballstars. Am Anfang dachte man erst, der ist besonders fleißig und strengt sich an. Inzwischen sagen andere von ihm: Der spinnt schon ein bisschen.

Oder: Jemand spürt immer wieder die Versuchung, etwas zu klauen. Nicht, weil er zu arm ist. Sondern weil das immer so ein wenig kribbelt und spannend ist und er meint, er sei dann ganz besonders mutig. Manchmal fällt es ihm schwer, in ein Kaufhaus zu gehen und nichts mitzunehmen.

Ich glaube, wenn man genau hinschaut, dann fallen einem noch mehr Menschen ein, die von etwas besessen sind: Mädchen, die immer meinen, sie seien zu dick und müssten abnehmen oder Erwachsene, die immer mehr Geld haben wollen. Wer besessen ist, der ist nicht frei. Der hat nur noch den einen Gedanken im Kopf. Das kann einen richtig krankmachen, vor allem, wenn das nicht nur ein paar Tage, sondern jahrelang so geht.

Vieles an der Geschichte von eben lässt sich heute nur schwer verstehen, sie stammt tatsächlich aus einer anderen Welt. Schwer vorzustellen, wie der schlimme Geist den Mann hin und her zerrt und wie er dann mit viel Lärm aus ihm herausfährt. Aber viel wichtiger sind zwei Dinge für uns heute: Jesus wollte den Menschen helfen, dass sie wieder frei werden können – und nicht nur besessen von Gedanken und Ideen, die sie in ihrem Leben einschränken. Und das andere: Die Menschen haben damals sehr schnell gespürt: Dieser Jesus ist ein ganz besonderer Mensch. Der redet nicht nur so dahin. Der tut auch etwas. Der hilft, dass es anderen bessergeht. Und das ist auch heute noch etwas sehr Wichtiges.

 

Zum Anhören oder Singen: „Lasst uns miteinander…

 

Fürbitten

Gott, du willst uns von allem befreien, was uns niederdrückt und uns belastet. Wir bitten dich:

  • Bewahre uns davor, schlecht über die Menschen zu urteilen, die anders sind als wir. Guter Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Gib denen, die krank sind, gute Menschen, die ihnen zur Seite stehen und ihr Leiden lindern. Guter Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Lass alle Menschen deinen guten Geist erfahren, besonders diejenigen, deren Leben schwierig und dunkel geworden ist. Guter Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Schenke unseren Verstorbenen Leben in Fülle, und lass sie bei dir glücklich sein. Guter Gott. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Vaterunser

Diese Bitten und alles, was uns persönlich auf dem Herzen liegt, alle Menschen, um die wir uns sorgen und alles was uns einengt, dürfen wir Gott geben. Deshalb beten wir voll Vertrauen. Vater unser im Himmel…

 

Segensgebet

Der Herr voller Liebe wie eine Mutter und gut wie ein Vater sei mit uns.

Er segne uns und lasse unser Leben gelingen.

Der Herr behüte uns, er umarme uns in unserer Angst, er stelle sich vor uns in aller Not.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über uns wie ein Lächeln, wie ein freundlicher Blick, wie die Sonne, die Erstarrtes löst und lebendig macht.

Das gewähre uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

 

Clemens Kreiss / Christoph Heinemann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.