Begegnungen auf dem Gipfel

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Evangelium: Mk 9,2-10

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihnen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus.

Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

 

Katechese

Gerade haben wir im Evangelium gehört, was die drei Apostel Petrus, Johannes und Jakobus Wunderbares auf dem Berg erlebt haben. Nun möchte ich euch von einem anderen Bergerlebnis erzählen, das ein Junge namens Jakob hatte.

Jakob ist neun Jahre alt, seine Schwester Sara ist vierzehn. Früher hat Sara oft mit ihm gespielt und ihn mit ins Schwimmbad genommen. Seit einiger Zeit aber ist sie dauernd unterwegs. Wenn er mit ihr spielen will, sagt sie mürrisch: „Keine Zeit“. „Baby“ nennt sie ihn, oder „Pimpf“. Wenn Mama sie an ihre Aufgaben im Haushalt erinnert, schnauzt sie: „Mach doch selbst!“ Und dann gibt’s den größten Krach.

Deswegen hat Jakob auch gehofft, dass Sara nicht mit in Urlaub fahren muss, das will sie nämlich nicht. Wenn sie was tun soll, was sie nicht will, gibt’s ständig Streit und die ganze Stimmung ist dahin. Aber Papa und Mama haben entschieden, dass Sara zu jung ist, um allein zu Hause zu bleiben.

Und so sind eines Tages alle vier zu einer Bergtour aufgebrochen. Sara mault, weil sie keinen Bock hat. Jakob findet es auch anstrengend, aber er sagt nichts. ‘Wenn einer meckert, reicht das schon’, denkt er. So geht es den ganzen Weg. Bis sie schließlich nach mehreren Stunden Gemaule von Sara oben sind – oben auf dem Gipfel. Eben war noch alles anstrengend. Und jetzt? Plötzlich ist es luftig und weit. Es ist still hier oben und man kann ganz viele Berge sehen. Jakob ist hin und weg. Seine Eltern auch. „Seht mal, ein Adler!“, ruft Papa. Er nimmt Mama in den Arm. Jakob setzt sich direkt unter das Gipfelkreuz. Sara setzt sich neben ihn. Wird sie wieder Streit anfangen?

Und jetzt, liebe Kinder, erlebt Jakob eine Überraschung. Verschwunden ist die mürrische, ewig meckernde Sara. Neben Jakob sitzt einfach nur seine liebe große Schwester. Sara legt ihren Arm um Jakobs Schultern und sagt: „Ist das schön.“ Jakob lehnt sich an Saras Schulter an und sie legt ihren Kopf auf seinen. Jakob sieht Sara in einem ganz neuen Licht. Mama setzt sich neben Markus, Papa neben Sara. Alle schweigen nun und lauschen dem Wind und den Vögeln. (kurze Stille)

Jakob sieht Sara in einem neuen Licht. Ja, er nimmt etwas wahr, das er fast vergessen hätte. Er spürt die Liebe seiner Schwester, ihre Offenheit und Zuwendung. Nach der großen Anstrengung der Bergtour kommt das Gipfelerlebnis. Jetzt kann er Sara neu erleben. Und Sara? Auch für sie hat sich die Anstrengung gelohnt. Sie merkt, dass sie sich trotz aller Gegenwehr zu ihrer Familie dazugehörig fühlt und dass sie ihren Bruder ganz lieb hat. Jetzt muss sie sich einmal nicht wehren. Wie gut das tut! Was meint ihr wie geht die Geschichte weiter? (Kinder einbeziehen) Bestimmt würde Jakob ewig so weitersitzen, Sara vielleicht auch. Aber das geht nicht. Irgendwann müssen sie an den Abstieg denken. Wir alle kennen das: Wenn man etwas besonders schön findet, möchte man, dass es nie aufhört.

Und wie wird es sein, wenn alle wieder vom Berg heruntergestiegen sind? Hat sich etwas geändert? (Kinder einbeziehen) Wird Sara jetzt immer lieb zu Jakob sein, wird Jakob jetzt dauernd diese große Ruhe, das Glück spüren wie auf dem Berg? (Kinder einbeziehen) Ihr ahnt es schon. Natürlich wird vieles wieder sein wie vorher. Sara wird wieder maulen. Es wird wieder Streit geben in der Familie. Sara wird auch wieder gemein zu Jakob sein. Und bestimmt wird auch Jakob streiten, sich vor Arbeiten drücken und was Kinder sonst noch so machen. Und doch hat das Erlebnis auf dem Berg Spuren hinterlassen. Jakob hat mal wieder gesehen, dass Sara ihn lieb hat. Er hat mal wieder ihre sanfte, liebevolle Seite gesehen. Und Sara geht es genauso. Sie hat auf dem Berg ihren Frieden gehabt. Das tut gut. Wenn Sara jetzt gemein zu ihm ist, denkt Jakob manchmal an das Gipfelerlebnis. Er erinnert sich an das neue Licht, in dem er seine große Schwester gesehen hat. Und dieses Wissen geht ihm nie mehr verloren, auch wenn er das gute Erlebnis nicht festhalten kann. Auch wenn er nicht ewig auf dem Berg bleiben konnte.

Das war ein Gipfelerlebnis, das Jakob wohl nicht mehr vergessen wird. Genau das kann man sicher auch über Petrus, Johannes und Jakobus sagen, die mit Jesus auf den Berg gegangen waren. Auch sie sahen jemanden in einem neuen Licht: ihren Herrn und Bruder Jesus Christus. Was sie da sahen, war wunderbar. Und sie hörten sogar die Stimme Gottes, der sagte: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ Sie durften erkennen, dass Jesus Gottes Sohn ist. Petrus wollte am liebsten drei Hütten bauen, damit Jesus und die großen Propheten immer hierbleiben würden. Das heißt nichts anderes als: Ich möchte, dass es immer so bleibt, wie es jetzt ist. Aber auch die Apostel mussten irgendwann wieder vom Berg hinabsteigen. Auch sie mussten zurück in den Alltag, zu den Menschen, von denen viele Jesus auch feindlich gesinnt waren. Wir wissen, welch schwere Zeiten auf sie zukamen. Damals verstanden sie es noch nicht – Jesu Ankündigung, dass er sterben würde und wieder auferstehen. Aber das Erlebnis auf dem Berg, das weiße strahlende Licht, in dem sie Jesus gesehen hatten, begleitete sie und gab ihnen Glauben und Kraft.

Solch eine Kraft für unser Leben und für unseren Glauben wünsche ich uns allen. Ich wünsche uns Erlebnisse, die uns Mut machen und Kraft geben. Gipfelerlebnisse, wie Petrus, Johannes und Jakobus es haben durften, und Gipfelerlebnisse, wie Jakob und Sara es bei ihrer Bergwanderung hatten.

 

Zum Anhören und Mitsingen:

Jesus, Licht dieser Welt

 

Gebet

Wir danken dir, Gott, dass du zu uns Menschen kommst

und für uns da bist.

Du bist bei uns zu Hause, in der Schule und wo wir spielen.

Wir denken jetzt an die vielen Menschen, die in Not sind.

Komm du auch zu ihnen mit deiner Hilfe.

Schicke zu den Kranken und Einsamen einen Freund.

Schicke zu dem Hungrigen einen, der ihm zu essen gibt.

Schicke zu dem Traurigen einen, der ihn froh macht.

Zeige auch uns, wo wir helfen können,

und gib uns den Mut und die Kraft dazu. Amen.

Elisabeth Hardt / Christoph Heinemann

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