Mit dem Herzen hören, sehen …

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Vorbereiten: Einen Schuhkarton oder ein anderes Behältnis als Schatzkästchen oder als Geschenk schön verpacken. Etwas hineinlegen für dir Kinder schönes hineinlegen, z.B. einige Süßigkeiten, Bonbons.

 

Einführung

Jetzt ist es genau eine Woche her seit Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu Christi. Aber für viele der Jünger war das noch gar nicht zu verstehen, dass Jesus von den Toten auferstanden sein sollte. Viele waren zu traurig über den Tod ihres Freundes. Viele sind ganz normal wieder arbeiten gegangen, so als ob nichts gewesen wäre. Nur ganz langsam kann sich in den Jüngern Jesu die Gewissheit durchsetzen, dass er lebt und ihnen auf eine ganz andere Art nahe ist. Sie brauchen Zeit, das zu verstehen. Eine solche Geschichte hören wir auch gleich im Evangelium: Thomas, einer der Jünger Jesu, braucht Zeit, um zu verstehen, was geschehen ist.

 

Evangelium (Joh 20,24-29)

Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

 

Katechese

Ich habe heute für euch etwas mitgebracht. Kann jemand von euch beschreiben, was ich in Händen halte? (Kinder einbeziehen) Ihr habt mir beschrieben, wie das aussieht, was ich in den Händen halte, wie groß es ist, wie es gestaltet ist. Und dazu brauche ich einen ganz wichtigen Sinn (Kinder einbeziehen), ich brauche zur Beschreibung dieses Kartons den Sehsinn, also meine Augen. Mit den Augen sehe ich die Farben der Kiste, sehe ich den Raum, in dem ich bin, sehe ich die Leute, die hier sitzen und vieles mehr.

Aber was mache ich, wenn ich beschreiben will, wie schwer dieser Karton ist? (Kinder einbeziehen) Dann muss ich ihn in die Hände nehmen, ich muss ihn anfassen und kann dann sagen, ob die Kiste leicht oder schwer ist. Hierzu brauche ich einen zweiten wichtigen Sinn, den Tastsinn. Mit dem Tastsinn kann ich fühlen, ob Oberflächen glatt oder rau sind, ob etwas kalt oder warm ist. Menschen, die nicht oder nicht gut sehen können, haben dafür einen viel besseren Tastsinn als andere.

Und jetzt wird es richtig schwer: Wie finde ich heraus, was in der Kiste drinnen ist, ohne hineinzuschauen? (Kinder einbeziehen) Ich kann noch andere Sinne einsetzen: Ich kann an dem Karton riechen, um herauszufinden, ob das, was drin ist, duftet. Ich gebrauche also meinen Geruchssinn. Will einer mal riechen? (Kinder einbeziehen) Mit der Nase rieche ich, ob etwas gut oder schlecht riecht. Wenn ein Essen richtig gut duftet, dann wird es mir viel besser schmecken, dann läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen.

Wenn ich nichts rieche, dann kann ich den Karton schütteln und hören, ob was darin ist. Wer möchte mal schütteln? (-) Mit unserem Hörsinn, also mit unseren Ohren, hören wir, dass etwas in der Kiste sein muss. Wer kann mir denn sagen, was in der Kiste ist? (Kinder einbeziehen) Mit unserem Hörsinn hören wir laute oder leise Geräusche. Besonders im Straßenverkehr ist der Hörsinn wichtig, damit wir sicher über die Straße kommen.

Ihr seht, dass wir nicht genau sagen können, was in der Kiste steckt, da wir nicht hineinschauen und die Dinge darin nicht anfassen können. Ihr ahnt jetzt, wie schwer es für Thomas im Evangelium zu verstehen war, dass Jesus lebt und dass er von den Toten auferstanden ist. Er sagt: »Wenn ich nicht die Wunden an seinen Händen sehe und wenn ich meine Hand nicht in seine Seite lege, dann glaube ich nicht.« Thomas möchte also sehen und anfassen, um so sicher und überzeugt zu sein, dass Jesus lebt. Es gibt viele Menschen, die wie Thomas nur dann etwas glauben, wenn sie es sehen.

Durch das Beispiel mit unserem Karton hier wissen wir aber, dass es mehr gibt als das, was ich sehen und anfassen kann: Ich muss auch die anderen Sinne nutzen und, um Jesus zu spüren, auch auf die innere Stimme hören, auf das, was mein Herz mir sagt. Denn diejenigen, die als erstes ahnten, dass Jesus auferstanden ist, waren die, die auf die Liebe in ihrem Herzen hörten. Habt ihr noch mehr Ideen, was trotzdem da ist, obwohl wir es nicht sehen können? (Kinder einbeziehen) Liebe, Wärme, Kälte, Vertrauen, Hoffnung, Frieden, Glauben …

Und jetzt wird es Zeit, dass wir das Geheimnis lüften, was sich im Karton befindet. Einen von den fünf Sinnen haben wir noch völlig vergessen (-), den Geschmackssinn. Das, was sich in der Kiste befindet, ist etwas zum Schmecken …

 

Zum Anhören und Mitsingen:

Du bist ein Ton in Gottes

 

FÜRBITTEN

Lieber Herr Jesus Christus,

  • Wir bitten dich, dass wir mit allen Sinnen das Leben genießen und gestalten können …
  • Wir bitten dich, dass wir immer auch mit den Augen des Herzens die Menschen und unsere Welt betrachten …
  • Wir bitten dich, dass wir dich auch im anderen entdecken …
  • Wir bitten dich, dass wir immer fester an deine Auferstehung glauben …

Gebet

Guter Gott,
unser Leben ist eine Suche nach Glück und Erfüllung.
Wir sehen uns nach Liebe und Wahrheit.
Du kommst uns entgegen
und willst dich finden lassen.
Hilf uns und stärke unseren Glauben,
damit wir Dir vertrauen können
und wie Thomas zu sagen:
Mein Herr und mein Gott.

A: Amen.

 

Dazu segne uns, unsere Familie und alle Menschen,
die uns am Herzen liegen, der gute Gott, + der Vater
und der Sohn und der Heilige Geist.

A: Amen.

Markus Frohn / Christoph Heinemann

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