An das Leben glauben

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Einführung

Der Sommer ist für die meisten Menschen die schönste Zeit im Jahr. Was ist das Leben schön, denken viele dankbar und empfinden das Leben als ein wunderbares Geschenk. Um das Geschenk des Lebens geht es heute auch im Evangelium. Gott ist ein Freund des Lebens. Das erfahren ein 12-jähriges Mädchen, seine Eltern und alle Menschen, die um Jesus sind. Bevor wir das Wort Gottes hören, wollen wir einen Augenblick darüber nachdenken, ob auch wir das Leben als Geschenk annehmen.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus, manchmal finden wir das Leben langweilig: Herr, erbarme dich unser. A: Herr, erbarme dich unser.
Manchmal lassen wir uns einfach hängen: Christus, erbarme dich unser. A: Christus…
Manchmal finden wir das Leben schrecklich: Herr, erbarme dich unser. A: Herr…

 

Zum Anhören und Mitsingen:

Wer einen Mund hat – Wer Ohren hat zu hören

Katechese

Viele Erwachsene sagen, dass die Kindheit die schönste Zeit im Leben ist. Doch auch Kinder sind schon mal lustlos oder auch traurig, weil sie das Leben nicht immer schön finden. Fallen euch dazu Situationen ein? (Kinder einbeziehen) Wenn ihr mit eurem Freund oder eurer Freundin Streit habt, drückt das auf die Stimmung. Auch wenn die Eltern sich streiten, wenn eine Klassenarbeit nicht gelungen ist und auch das Zeugnis nicht so ausfällt, wie ihr das erwartet habt. Am liebsten verkriecht man sich in solchen Momenten in sein Zimmer, in sein Bett oder einfach in sich selber.

Ich habe mal etwas über Martin gelesen, einen Jungen von acht Jahren, der an einer Allergie leidet, die sich mit juckendem Ausschlag zeigt. Nachts wird Martin oft wach, muss sich heftig kratzen, so dass Beine und Arme bluten. Er hat keine Lust mehr, am Sportunterricht teilzunehmen, denn er schämt sich für seine schrecklich aussehende Haut. Am liebsten trägt er lange Hosen und lange Pullis, was natürlich jetzt im Sommer viel zu warm ist. Einmal wurde er morgens wach und konnte seine Augen nicht mehr richtig aufmachen. Als er in den Spiegel schaute, sah er, dass sein Gesicht so stark aufgequollen war, dass die Augen nur noch ein kleiner Schlitz waren. Er war sehr erschrocken und bekam große Angst. Die Mutter war dann sofort mit Martin zum Kinderarzt gegangen, der ihm zwei Spritzen gab, damit die Schwellungen zurückgehen. Für Martin war das Ganze ein schreckliches Erlebnis. Auf dem Weg nach Hause sagte er seiner Mutter, dass er keine Lust mehr hätte zu leben, wenn er immer wieder solche unangenehmen Krankheiten bekäme.

Statt die Antwort der Mutter zu erzählen, wollen wir jetzt das Evangelium hören.

 

Evangelium: Mk 5,21-24.35b-43

In jener Zeit fuhr Jesus im Boot an das andere Ufer des Sees von Galiläa hinüber und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Während er noch am See war, kam einer der Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie geheilt wird und am Leben bleibt! Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn.

Unterwegs kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu Jaïrus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht! Glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers.

Als Jesus den Tumult sah und wie sie heftig weinten und klagten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur.
Da lachten sie ihn aus. Er aber warf alle hinaus und nahm den Vater des Kindes und die Mutter und die, die mit ihm waren, und ging in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talíta kum! das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!

Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute waren ganz fassungslos vor Entsetzen. Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem Mädchen etwas zu essen geben.

 

„Talita kum! Mädchen, ich sage dir, steh auf!“ Das sagte Jesus und sofort stand das Mädchen auf. Der Vater hatte Jesus gerufen, als seine Tochter im Sterben lag, und ihn gebeten, ihr die Hände aufzulegen und sie gesund zu machen. Der Vater vertraute Jesus. Warum das Mädchen im Sterben lag, wird nicht erzählt. Vielmehr berichtet der Evangelist Markus, dass Jesus nicht nur mit dem Mädchen sprach, sondern es auch an die Hand nahm und es dann aufforderte aufzustehen. Jesus wollte, dass das Mädchen lebt. Darum hat er es sozusagen wieder ins Leben gezogen.

Ihr habt bestimmt schon alle erlebt, wie gut es tut, wenn man eine Hand spürt, die einen festhält, die ohne Worte sagt: „Du bist nicht allein, ich bin bei dir.“ Oder: „Komm, steh’ auf. Es wird wieder gut werden!“ Von einer solchen Hand geht Kraft aus. Man spürt die Wärme der anderen Hand, und man spürt die eigene Hand. Man fühlt, dass man lebendig ist. Das gibt Trost und schenkt Vertrauen. Ein schönes Ritual ist es auch, sich nach einem Streit die Hand zu geben als Zeichen dafür, dass man einander verziehen hat und bereit ist, wieder friedlich miteinander umzugehen. Dann fühlt man sich wie befreit und das Leben ist wieder viel schöner und macht Spaß.

Noch etwas können wir aus dem Evangelium mitnehmen: Jaïrus hat Jesus um Hilfe gebeten. Das soll uns Mut machen, auch in schwierigen Situationen an Jesus zu denken und ihn um Hilfe zu bitten. Nicht nur für uns selber, sondern auch für andere Menschen, die in Not sind, die krank und traurig sind und keine Freude mehr am Leben haben. Das setzt natürlich voraus, dass wir an ihn glauben und ihm vertrauen. Jesus will, dass wir leben und dass wir uns am Leben erfreuen. Das ist seine Botschaft an uns.

 

Zum Anhören und Mitsingen:

Kindermutmachlied

 

Gebet

Lieber Gott,

wir danken dir,

dass du uns Menschen schenkst,

die mit uns durchs Leben gehen.

Die uns unterstützen und bei der Hand nehmen.

Hilf uns, dass auch wir für andere Stütze und Hilfe sind.

Segne uns und alle, die uns am Herzen liegen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

A: Amen.

 

Katrin Kayenburg / Christoph Heinemann

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