Angst oder Glauben?

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EINFÜHRUNG

Wenn wir sonntags in der Kirche Gottesdienst feiern oder so wie jetzt gemeinsam zuhause beten, hören wir immer einen Abschnitt aus dem Evangelium. „Evangelium“ heißt übersetzt „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft“. Es erzählt von Jesus. Wenn wir etwas darüber hören, was Jesus gesagt hat, was er erlebt hat oder was seine Freunde mit ihm erlebt haben, dann können wir viel erfahren, was gut ist und uns froh macht. Wir merken, was Gott uns schenkt und was er sich von uns wünscht. Vielleicht verstehen wir die Welt und unseren Glauben ein bisschen besser. Heute werden wir wieder eine spannende Geschichte hören. Aber zuerst lasst uns ruhig werden und miteinander beten.

 

Zum Anhören und Mitsingen:

Gottes Wort

 

Gebet

Lieber Gott, wir sind jetzt hier, um gemeinsam zu beten.

Wir freuen uns, dass Du uns im Evangelium

eine gute und frohe Botschaft schenken willst.

Öffne unsere Ohren und Herzen,

damit wir Deine Nachricht verstehen und danach handeln.

Darum bitten wir, durch Jesus unseren Herrn. A: Amen.

 

Evangelium: Mk 4,35-41

Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann.

Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?

Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?

 

Katechese:

Unser heutiges Evangelium ist eine Seefahrergeschichte. In der Zeit in der Jesus lebte, gab es viele Fischer, die mit ihren kleinen Booten zum Fischfang hinausfuhren – aber ganz weit, quer über den See, fuhr man eigentlich nur, wenn man musste. Eine Fahrt quer über den großen See, die war schon ein echtes Abenteuer. Und bei einem echten Abenteuer kann man es durchaus auch mal mit der Angst zu tun bekommen. Ja, eigentlich geht es in der Geschichte über die Seefahrt von Jesus und den Jüngern um Angst und nicht um die Seefahrer.

Angst kennen wir alle. Dass man einmal richtig Angst bekommt, das habt ihr vielleicht auch schon erlebt. Wovor haben wir Angst? (Kinder einbeziehen) Was macht ihr, wenn ihr Angst habt? Versteckt ihr euch, oder holt ihr vielleicht Hilfe? Ruft ihr eure Eltern oder großen Geschwister, damit sie euch helfen? Wenn ich Angst habe, brauche ich jemanden, dem ich vertraue.

Als Jesus und seine Jünger auf den See Genezareth hinausfuhren, kamen sie in einen Sturm. Das war sehr gefährlich. Bestimmt ruderten die Jünger mit aller Kraft! Der Wind machte das Wasser unruhig, hohe Wellen schwappten ins Boot. Bestimmt schöpften die Jünger in aller Eile Wasser aus dem Boot. Aber so schnell konnten sie gar nicht schöpfen. Da bekamen sie riesige Angst. Die Jünger sind nämlich wie wir alle: Manchmal hat man einfach Angst. Große Angst! Und was tun die Jünger? – In ihrer Not rufen sie Jesus um Hilfe und alles wird gut. Jesus bringt den Sturm zum Schweigen. Mit seiner Hilfe wird der Wind still, die Wellen legen sich und das Wasser wird ruhig. Die Jünger sind wieder sicher. Was meint ihr, warum hat Jesus das so gemacht? So auffällig, so spektakulär? Zuerst liegt er im schlimmsten Sturm gemütlich auf einem Kissen und schläft und dann rettet er die Jünger durch ein Wunder. Wollte er wie ein großer Zauberer dastehen? Wollte er, dass die Jünger ihn toll finden, weil er Wunder wirken kann?

Es ist vielleicht schwer zu verstehen, aber Jesus ging es nicht um das Wunder. Das Besondere und Wichtigste an den Wundern, die Jesus gewirkt hat, ist ja nicht, dass etwas Seltsames oder Unmögliches passiert. Das Wichtigste und Besondere ist das Zeichen, das Jesus uns allen mit dem Wunder gibt. Bei diesem Wunder auf dem stürmischen See ging es Jesus um den Glauben. Woran sehen wir das? – Jesus fragte seine Jünger: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?

Wenn wir Angst haben, dürfen auch wir uns wie die Jünger an Jesus wenden. Wir dürfen ihn rufen: Jesus, hilf mir! Wir können beten: Guter Gott, steh’ mir bei! Wir alle haben manchmal Angst, die Kinder und auch die Erwachsenen. Und da ist es gut und richtig, wenn man um Hilfe ruft. Wenn wir uns an Jesus wenden, wenn wir beten, dann ist das schon „glauben“. Wenn ich sage: Gott, hilf mir, dann tue ich das, weil ich an ihn glaube. Denn ich weiß: Ich kann Gott um Hilfe bitten, er wird mich nicht allein lassen.

 

Zum Anhören und Mitsingen:

Keine Angst

 

Fürbitten und Vaterunser

Wir alle haben manchmal Angst. Zu Jesus, unserem Herrn, bringen wir unsere Bitten:

  • Jesus, stärke unseren Glauben, damit wir in der Not zu dir rufen können.
  • Für die Menschen, die Angst haben und verzweifelt sind: Schenke ihnen den Glauben, damit sie wieder froh sein können.
  • Für die Kranken: Schenke ihnen den Glauben, dass du ihnen nah bist, und tröste sie.
  • Für die Menschen, die vor schweren Entscheidungen stehen: Hilf ihnen, dass der Glaube sie auf den richtigen Weg führt.

Herr, der Glaube an dich gibt uns Hoffnung und Zuversicht. Voll Vertrauen fassen wir alle unsere Anliegen in dem Gebet zusammen, das Jesus und gelehrt hat: Vater unser im Himmel…

 

Segensbitte

Der Vater, der uns liebt, sei uns nahe in Zeiten der Angst. A: Amen.

Der Sohn, der uns eine gute Nachricht gebracht hat, erfülle uns mit Zuversicht. A: Amen.

Der Geist, der uns leiten will, weise uns den rechten Weg. A: Amen.

Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, komme auf uns herab und bleibe bei uns allezeit. A: Amen

 

Elisabeth Hardt / Christoph Heinemann

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