Du musst nicht perfekt sein

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Einführung und Eröffnung

Wir beginnen unsere Gebetszeit im Zeichen unseres Glaubens: +im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. A: Amen.

 

Wer wäre nicht gerne stark und erfolgreich. Und das nicht nur einmal, sondern immer? Kinder sagen manchmal: Ich will mal später so werden wie der und der, und dann nennen sie den Namen eines Fußballstars, einer Schauspielerin oder eines anderen berühmten Menschen. Aber nur stark und erfolgreich sein ist nicht alles, das macht noch nicht glücklich.

 

Kyrie

  • Viel zu oft lassen wir uns von anderen Menschen blenden. Herr, erbarme dich. A: Herr, erbarme dich.
  • Viel zu schnell halten wir Menschen mit Schwächen für Versager oder sagen: „Selbst schuld!“ Christus, erbarme dich. A: Christus, erbarme dich.
  • Viel zu selten fällt uns ein, wofür wir Gott dankbar sein können. Herr, erbarme dich. A: Herr, erbarme dich.

 

Lesung (2Kor 12,7-10)

(Der Text der Einheitsübersetzung ist für Kinder schwer zu verstehen: Hier eine kindgerechtere Kurzfassung.):

 

Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth:

Liebe Western und Brüder,

damit ich als Apostel nicht überheblich werde, habe ich eine Krankheit in mir, die mich wie ein stechender Schmerz quält. Dreimal habe ich Gott darum gebeten, dass mich diese teuflische Krankheit verlässt, er aber hat mir geantwortet: Meine Gnade ist genug für dich. Meine Kraft wirkt gerade da, wo Menschen schwach sind. Deshalb sage ich „ ja“ auch dazu, dass ich mich oft ohnmächtig fühle, und ich sage auch „ja“ zu all dem, was mich belastet: Die Verfolgungen, die Angst, die Misshandlungen durch meine Gegner. Denn wenn ich schwach bin, bin ich stark.

 

Katechese

 

Noch eine Woche läuft die Fußballeuropameisterschaft. Ich glaube auch in den kommenden Tagen werden wir wieder hören, dass ein Profi-Fußballer keine Schwäche zeigen darf. Immer am Ball bleiben, immer alles geben, unermüdlich laufen. Wenn er eine Schwäche zeigt, wird der Gegner das ausnutzen. Und auf der Tribüne wird er möglicherweise gnadenlos ausgepfiffen.

Natürlich haben Fußballspieler wie alle anderen Menschen ihre Schwächen. Das sind die Stellen, wo wir verwundbar sind.

Auch der Apostel Paulus kannte das. Viele haben sich den Kopf darüber zerbrochen und gefragt: Was Paulus denn wohl gehabt hat? Wovon spricht er da? Er schreibt nur sehr ungenau und in Andeutungen. Vielleicht ist es gut, dass man es nicht herausfinden kann. Denn viel wichtiger ist: Paulus hat nichts beschönigt, und er hat nicht drum herumgeredet. Er ist damit sehr ehrlich umgegangen. Paulus hatte auch einen wichtigen Grund, das zu schreiben. Er hat es nicht getan, um sich für Fehler zu entschuldigen oder um Nachsicht zu bitten. Er wollte einen wichtigen Satz weitersagen, den er als Botschaft Gottes empfangen hat: „Meine Gnade ist genug für dich. Meine Kraft wirkt gerade da, wo Menschen schwach sind.“

Gnade ist ein schwieriges Wort. Das Wichtigste, was wir wissen müssen, Gnade ist unverdient. Sie ist ein Geschenk. Manche Gnaden fallen einem erst ein, wenn man etwas länger darüber nachdenkt: Dass wir hier geboren sind und nicht in einem armen Land und nicht in einer Gegend, in der Krieg herrscht. Oder: Dass ich geduldig bin und nicht so schnell an die Decke gehe. Dass ich einen Sinn für Humor habe. Alles das, so sagen Christen, ist ein Geschenk Gottes. Das ist Gnade.

Paulus sagt: Auch wenn wir nicht perfekt sind, schenkt Gott uns seine Gnade. Ja, er schenkt sie gerade denen, die Fehler und Schwächen haben und nicht stolz sind auf sich. Manchmal beruft er solche Menschen, in besonderer Weise seine Botschaft zu verkünden. Mose zum Beispiel: Der hat vermutlich gestottert. Petrus zum Beispiel: Der war oft vorlaut und viel zu voreilig in seinen Versprechungen. David zum Beispiel: Der war oft sehr egoistisch. Die Bibel ist voll von solchen Menschen.

Gott will nicht, dass wir um jeden Preis möglichst perfekt sind. Für Gott sind wir wichtig, wenn wir wachsam sind für das, was er mit uns vorhat. Wenn wir auf ihn und sein Wort hören und entsprechend handeln. Heute heißt das Wort für uns: „Du musst nicht perfekt sein, es reicht wenn du dich ernsthaft bemühst, denn Gott liebt dich und deine Bemühungen, Perfektion erwartet er nicht.“

 

Zum Anhören und Mitsingen:

Superstar

 

Zum Vaterunser

Gott wirkt kraftvoll, auch in unserer Schwachheit. Wer nicht nur eigene Macht und Stärke vertraut, der wird sensibel für den Willen Gottes. Bete wir, dass Gottes Wille geschehe und beten wir für alle die Menschen, die wir im Herzen tragen: Vater unser im Himmel …

 

Segensbitte

Der Vater, der und aus Gnade liebt sei mit uns. A: Amen

Der Sohn, der uns die Liebe Gottes offenbart hat, mache unsere Herzen versöhnt und frei. A: Amen

Der Geist entfache und erhalte in uns die Suche nach dem Willen Gottes. A: Amen

 

Und der Segen des allmächtigen Gottes,

+ des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes,

komme auf euch/uns herab und bleibe bei uns allezeit.

A: Amen

 

 

Clemens Kreiss / Christoph Heinemann

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